Pastorale Abenteur in Bolivien- Rupertusblatt Artikel

Eine Gute Zusammenfassung unserer Arbeit in Bolivien in der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt: Pastorale Abenteur in Bolivien: Wie soll ich mein Kind gut ernähren

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Fotos: Our lady of the Angels, Kathedrale von LA

Our Lady of the Angels von aussen
Von innen, Blick nach vorne
Ist das der Kardinal?
Kardinal Mahony und ich
viel Weihrauch
Volle Kirche


Liebe Freunde und Bekannte,

Liebe Freunde und Bekannte,
Nach einer Woche in Los Angeles melde ich mich nun erstmals mit einem Newsletter. Nach einer weiteren Woche bei meinen Grosseltern und bei meiner Tante beginnt dann mein Jahr bei den Franziskanern (OFM) im Bolivianischen Tiefland, in Salzburgs Partner Dioezese San Ignacio Velasco, im Land der Chiquitos.

Yogananda zwischen MUC und LAX
Die Hinreise nach Los Angeles war ein hoechst interessante Ouverture fuer das kommende Jahr. Im ersten Flug von Muenchen nach Atlanta (derzeit der groeste Flughafen der Welt) hab ich eine sehr nette Bayrin kennengelernt. Sie war auf dem Weg in ein Yogananda- Schweigekloster in der naehe von Sand Diego. Ein Mischung aus Yoga und christlichem Glauben ist dieses Yogananda, sagt sie.

Atlanta lebt
In Atlanta hab ich mich dann mit 2 Priestern der hiesigen Dioezese angefreundet, ein Ire und ein Kolumbianer. Eine tolle Dioezese haben die beiden gemeint, 15 Pfarren mit ewiger Anbetung (perpetual adoration), viele Berufungen, 50 Seminaristen, 200 Diakone, ca. 600.000 ofizielle Katholiken und noch einmal so viele unregistrierte.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Evangelicals on Delta Air

Evangelicals on Delta Air

Im Delt Flug 456 Atlanta – LA sass ich alleine in einer Fenster Reihe.Hinter mir aber sass ein aelteres Ehepaar, vielleicht 60 Jahre alt. Sehr nette, charmante Leute.

1 Phase: Eis brechen. “What a big plane”, was fuer ein grosses Flugzeug, sagte der ein bisschen uebergewichtige Mann im schwarzen Anzug. “Mit dem gleichen Typ haben wir den Atlantik ueberquert,eine Boing 767” antwortete ich.

Phase 2: Smalltalk. Nach ein paar Minuten belanglosem Gerede wurde ich jedoch ein bisschen misstrauisch. Sie wollten die Telefonnummer meiner Grosseltern, damit sie sie mal zu ihnen in die Berge nach Big Bear einladen koennen (wie sich herausstellen sollte leiten sie dort ein Bible Camp fuer born agains). Ich schaerfte meine Sinne, und so kann ich die dann folgende,ewa einstuendige lebhafte Diskusion gut wiedergeben.

Ein scheinbar harmloses“The Lord” in einem Nebensatz leitete ueber zu Phase 3: Sugestives Bibelzitieren. Mit einer richtigen Choreographie begannen sie die Bibel zu zitieren, manche Woerter sprachen sie gemeinsam aus, teils machten sie sogarHintergrundgeraeusche (Jesus zu Petrus: Hinter mich, Satan!Pchiiiiiiieeeee).

Dann wollten sie meine Haende in die ihrigen nehmen, Phase 4: ueberrumpeln und Gemeinschaft bilden, “Roemer 10,9 – 10, sprich mit uns, sag es laut,“Wen du mit deinem Mund bekennst, Jesus ist der Herr….”. Warum sollte ich mich aber von irgendwelchen Fremden dazu zwingen lassen etwas zu sagen,besonders wenn sie offensichtlich irgendwelche Ziele damit verfolgen, Absichten haben. “Wenn du es nicht sagst, glaubst du nicht an Christus, du musst das sagen, damit du gerettet wirst, du musst wieder geboren werden…”.

Ich haben ihnen angeboten, gemeinsam mit ihnen das grosse Glaubenbekenntnis zu sprechen, “da steht alles was ich glaube drinnen”, sie wollten aber nicht. Dann habe ich mich daran gemacht das ganze Kapitel im zitierten Roemerbrief zu lesen, und interessanterweise fand ich genau das Gegenteil geschrieben, von dem was sie predigten: “Sag nicht in deinem Herzen: Wer wird in den Himmel hinaufsteigen? Das hieße: Christus herabholen. Oder: Wer wird in den Abgrund hinabsteigen? Das hieße: Christus von den Totenheraufführen”. Nicht wir koennen sagen, du musst dies oder jenes tun oder sagen um gerettet zu werden, Nicht an uns ist es zu richten, sondern in unserem Herzen muessen wir glauben und lieben, und wenn es not tut muessen wir bekennen.Die Diskusion begann richtig interessant zu werden.

Sie bestanden darauf,dass ich ihre Bibel lese, besonders die ausfuerlichen Kommentare. Ein tiefer Wiederspruch zeigte sich. Ihr Hauptanliegen war ja: “Bei uns kann jeder mit Gott reden, wir brauchen keinen Priester der uns sagt was wir glauben sollen, jeder ist bei uns ganz gleich, jeder hat den gleichen draht zuGott.” Abgesehen davon, dass sie offensichtlich wenig Ahnung vom Katholischen Glauben haben (beten wir den Papst an, so wie sie spaeter meinten?!?), war es sehr intessant, dass gerade die, die meinten auf jedeTradition verzichten zu koennen, mich draengten die Kommentare IHRER Gemeinschaft zu lesen.

Ich will und kann die lange Diskusion hier nicht im Detail wiedergeben, interessant war es auf jeden Fall zu sehen, wie sie einen einzelnen Satz aus der Bibel herausnahmen, und ihn benutzen wollten wie eine Bedienungsanleitung oder ein Telefonbuch um damit ihr Ziel zu erreichen. Hat man ein bisschen ueberblick ueber die Bibel, und begegnet man ihr nicht nur gefuehllos wie irgendeiner Bedienungsanleitung, dann merkt manaber bald, wie oberflaechlich sie argumentieren, ja sogar falsch. Sie lesen die Bibel sehr selektiv, oder beschwoeren etwa eine Urgemeinde herauf ohne jeder Hirarchie, die es aber nie gab (ein Hinweis auf das Apostelkonzil Apg15 genuegte, wenn es keine Hirarchie gegeben haette, haette man doch nicht nach dem Apostel Petrus und den Aeltesten gesandt um wichtige Fragen zuentscheiden. Petrus, der Fels auf dem die Kirche gebaut wird und der dieLaemmer weiden soll, Jesus hat ihn doch ganz klar ausgewaehlt die Gemeindezu leiten), etc...

Nach etwa einer Stunde sagte der Mann schliesslich “Du bistKatholisch und wirst es auch bleiben, oder?”, dann hat er sich Kopfhoerer aufgesetzt und in die andere Richtung geschaut. Mit der Frau hab ich noch weitergeredet, aber nach einigen Minuten hat sie gemeint, dass ihr Mann nicht will, dass wir weiter miteinander reden. Ich hab ihr noch gesagt wie schoen es ist, dass wir alle auf der Suche nach Wahrheit sind, und darum keine Angst haben ehrlich darueber zu reden, dann haben wir alle ein wenig geschlafen. Exkurs Ende.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Taj Mahony, riesige Betonkirche die schoen ist

Taj Mahony, riesige Betonkirche die wunderschoen ist

In Los Angeles verbringe ich 2 ruhige Wochen. Aber selbst in ruhigen Wochenerlebt man hier viel.
Ein sehr bunte Stadt, die Latinos bilden bereits die Mehrheit der Bevoelkerung, auch viele Asiaten gibt es hier, und meine Grosseltern leben direkt neben “little Armenia”.

Ein Hoehepunkt war die Sonntagsmesse in der neu erbauten “Cathedral of our Lady of the Angels”,eine riesige Betonkirche, klingt schrecklich ist aber einer der schoenstenKirchen die ich kenne (http://www.olacathedral.org/).
Ich schicke euch einige Fotos der Kathedrale. Eines zeigt mich mit Kardinal Mahony, den ich nach der Messe traf. Ein sehr netter Mann, der sehr viel durchgemacht hat.Die Dioezese LA hat gerade etwa 600 Millionen Dollar Schadenersatz gezahlt fuer alle Missbrauchsopfer der letzten 50 Jahre.
Kardinal Mahony hat ueber Barmherzigkeit und Verzeihung gepraedigt, er hat uns angeregt darueber nachzudenken wann wir nicht verzeihen. Er selbst, so sagt er, kann den Autoren all der Boesen Birefe (nasty letters) die er bekommt nur schwer verzeihn, und zwar faellt es ihm so schwer, weil sie meistens nicht unterschreiben und er sich dann schwer tut fuer sie zu beten.

Bevor meine Reise ueber Atlanta und Lima nach Santa Cruz und schliesslich San Ignacio Velasco weiter geht, werde ich euch, wenn moeglich, noch ein wenig von Los Angeles berichten.

Bevor ich mich verabschiede, schicke ich euch noch einen Link ueber Andreas Holl OFM, mit dem ich das naechste Jahrverbringen werde, und einen Link ueber eines der Projekte.
http://www.franziskaner.at/ordensleben/andreas.html
http://portal.kirchen.net/rupertusblatt/section.asp?sec=18&query=7&menuopt=archiv&apid=8939

So verbleibe ich in Freundschaft und Dankbarkeit und wuensche euch allen
Gottes Segen
und alles Gute
EuerRuben

Samstag, 1. September 2007

Nisi Dominus aedificaverit domum, in vanum laborant, qui aedificant eam.

Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut (Psalm 127, 1).