Liebe Freunde und Bekannte!
Wie es die Zeit so will, ist ein Jahr vergangen, 2008 hat begonnen, und ich, ich bin schon drei Monate in Bolivien und bald vier Monate von zuhause weg. Gar zu oft hoert man Leute sagen: „wie die Zeit vergeht, die Jahre verfliegen“ und dann sind sie traurig und missmutig. Dabei ist es doch umgekehrt: wie gut, das die Zeit vergeht! Man lernt mehr von der Welt kennen, man lernt mehr ueber die Menschen, man lernt mehr ueber sich und zB ueber die Vogelkunde wenn sie einen interessiert (wie mich).
So habe ich am ersten Jaenner 2 Socorris (Seriema, Cariama cristata) gesehen , grosse Voegel die auf zwei Beinen laufen, grau und ein bischen rot und einen schoenen Federschopf der nicht nach hinten faellt sondern ueber die Augen wie dem Jungen o`Conner in Terminator II. Andres und Ich waren gerade auf den Weg nach St. Valentin, die abgelegenste unserer Comunidades, jeden Monat mit 5 Sonntagen feiern wir dort Hl. Messe. Eine wunderbare Landschaft. Zuerst faehrt man durch den ueppigen Wald, dann von St. Antonito an zieht sich ein Feuchtgebiet viele Kilometer bis nach St.Valentin und weiter, Gras das sich im Wind wiegt, Lilien so schoen gekleidet wie nicht einmal Salomon in seiner Pracht, kleine Baeume, Pferde, Esel, Nandus und Socorris. Socorro bedeutet Hilfe. Die heissen wohl so, weil sie manchmal abgerichtet werden und als Waechgaense dienen (wie die Ganese am Kapitol die als Wachhunde ihren Dienst leisteten).
Auf den Wegen, an den Randern der Pfuetzen sitzen jetzt oft Dutzende Schmetterlinge, wahrscheinlich finden sie dort Mineralien die sie brauchen. Schmetterlinge in den schoensten Farben, Neongruen und Ultramarinblau, die fliegen dann auf und umgeben kurz das Auto wie ein Regenbogen. Dann gibt es noch kleine Schwarze spinnen, die Riesige Netze bauen, zu hunderten sitzen sie einem solchen grossen Netz, oft quer ueber die Strasse haengen sie, man fahert durch Ihre Netze wie durch einen dieser Perlenschnurvorhaenge die einmal modern wahren und jetzt noch in manchen Ethno geschaeften und Oekocafes die Zimmer von einander trennen. Da muss man schnell die Fenster zu machen damit sie nicht reinkommen ins Auto.
Einmal ist Andres das Auto eingegangen, mitten im Wald mitten in der Nacht. Er hat Glueck gehabt, und es ist noch ein Auto vorbeigekommen, da ist er dann auf der offenen Ladeflaeche mitgefahren. Im kuehlen Fahrtwind hat sein langes Haar geweht, hat sich gewiegt im Wind wie Meerestang in der sanften Stroemung , bis sie dann mitten in eines dieser beeindruckenden Netze gefahren sind, die man in der Nacht nicht sieht. Armer Andres (der das alles sehr humorvoll nimmt).
Es regnet sehr viel, fast kein Tag vergeht ohne einen Wolkenbruch, regenschwangere Wolken ziehen schon wieder vorbei am FUC (Familias Unidas con Cristo) Buero, dort sitze ich und schreibe. Die Natur ist jetzt sehr ueppig. Wir haben ein Paar Baueme mit kleinen roten Fruechten (Acerolas) im Garten, die tragen fast staendig. Ich ernte sie immer wieder mal ab und wir machen einen guten Saft daraus, aber egal wieviel ich ernte, immer noch sind die Baeume voll behangen.
Eine schoene Jahreszeit ist es jetzt, das Licht am Abend ist oft so schoen, beim Vespergebet faellt dann eine Oranges Licht durch das Fenster in unsere Kapelle, das mich nur staunen laesst.
Vom Oriente in den Occidente
Nach dem Cursillo de los Lideres und der ueberstanden Krankheit bin ich fuer knapp 2 Wochen von sehr weit im Osten bis ganz in den Westen Boliviens gereist. Vom ueppigen subtropischen Oriente ueber Cochabamba (das Herz Boliviens, so wie Sigharstein das Herz Oesterreichs ist. Ein schoener Spruch, der viel mehr beachtet werden sollte in der Oesterreichischen Umgangssprach: Sigharstein am schoenen Teich, und rundherum liegt Oesterreich), ueber den Alti Plano nach La Paz und weiter nach Copacabana, dem Bolivianischen Nationalheiligtum, dort wo einst die Tiwanakukultur geboren wurde.
Die Reise hat schon sehr spannend begonnen, und blieb es auch, also soll ein kurzer (¿?¿) Bericht folgen:
Pastorale Abenteur in Bolivien- Rupertusblatt Artikel
Eine Gute Zusammenfassung unserer Arbeit in Bolivien in der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt: Pastorale Abenteur in Bolivien: Wie soll ich mein Kind gut ernähren
Donnerstag, 6. März 2008
I.Die Reise beginnt schon sehr spannend, San Ignacio – Santa Cruz
Ruben wartet vor der bald 20 Jahre alten Kirche San Francisco auf die Flota, den Reisebus nach Santa Cruz. Die Pforten der Kirche sind offen, vom Altarraum strahlt ein helles Licht aus, ein Grosser Priester mit langen Haaren breitet die Haende aus, vor ihm etwas golden leuchtendes. Waehrend die Messe so ihrem Hoehepunkt bald erreicht hat wird Ruben ungeduldig.
Drei mal hat er dem Ticketverkaeufer gebeten, gut zu notieren wo er zusteigen will „Por Favor ¡Que me recogas en frente de la Iglesia San Francisco!“, „si, si“ war die Antwort. Eine Antwort die ihn in einem anderen Tonfall zuversichtlich gestimmten haette, hier aber etwas sehr wages, wie im Schlaf gesprochenes an sich hatte. Und tatsaechlich, der Bus kommt, Ruben winkt, der Bus faehrt vorbei. Mit seinem grossen Rucksack am Ruecken denkt Ruben nach, wo er doch eigentlich laufen sollte. Das macht aber ein junger athletischer Bekannter fuer ihn, er sprintet dem Bus nach und haemmert mit der flachen Hand auf das Beifahrerfenster. Der Bus bleibt stehen und erleichtert steigt Ruben, der nachgelaufen ist, in den Bus. ....in diesem Moment geschieht etwas erstaunliches: die Erzaehlperspektive wechselt in die erste Person!...
Da war ich also im Bus, sicher aufgehoben bis nach Santa Cruz...dachte ich. Ob des schlechten Weges kamen wir erst gen 3 Uhr frueh in San Xavier an um uns zu erfrischen und ein wenig die Beine zu vertreten. Der Busfahrer hat sich gleich neben den Bus gelegt und ein bischen geschlafen. Ich bin also vielleicht 50m weiter gegangen, und da hab ich sie gesehen, die wunderbare Fasade der alten Jesuitenkirche. Sehr muede und noch etwas schlaftrunken erschien sie wie aus einer anderen Zeit, gleichzeitig archaisch und futuristisch, ein bischen wie die Arche Noah, ein bischen mehr wie ein Raumschiff (siehe dazu die Fotos im Newsletter 3: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/san-jose-de-chiquitos-schulkinder.html).
Ueber der uralten Pforte steht geschrieben: „domus Dei et porta caeli“ (Gen 28, 17), „Haus Gottes und Pforte des Himmels“. Und wahrlich, so schien es mir in dieser Nacht.
Als ich dann, von der weithin strahlenden Kirche noch ein bischen benommen zurueck kam zum Bus, war dieser nicht mehr da. Alleine um 03:00 mit nichts bei mir ausser ein wenig Geld in einer kleinen Stadt in einem riesigen Wald im Tiefalnd Boliviens. Oh Schrecken.
Da entdeckte ich noch einen anderen Bus, fuer 40 Bolivianos wollte der Fahrer mich nach Santa Cruz bringen. Nach vielleicht 10 Kilometern stand da meine alte Flota. Meine neue Flota waere aber ganz schnell und unauffaellig vorbeigefahren. Die 40 Bolivianos wollte der Fahrer sich nicht entgehen lassen. Ich hab ihn aber gezwungen (ohne Gewalt) stehen zu bleiben und stieg um. Wie sich herausstellte war der erste Busfahrer ploetzlich aufgesprungen aus dem Schlaf, ist in den Bus gestuerzt und ohne weiter irgendetwas zu denken losgefahren. Ein Paar Passagiere haben aber den leeren Polstersitz ohne Gringo bemerkt und reklamiert und sich sogar richtig aufgeregt, und auch sie haben ihn gezwungen stehen zu bleiben (ohne Gewalt)!
Jetz war ich also wieder in der Flota, und nein, aussteigen wuerde ich nicht mehr, denn schon zweimal hatte sich der Slogan der Flota Guzmar als falsch erwiesen :“Gente que quiere su gente“, Leute die ihre Leute moegen sind sie wahrlich nicht.
Drei mal hat er dem Ticketverkaeufer gebeten, gut zu notieren wo er zusteigen will „Por Favor ¡Que me recogas en frente de la Iglesia San Francisco!“, „si, si“ war die Antwort. Eine Antwort die ihn in einem anderen Tonfall zuversichtlich gestimmten haette, hier aber etwas sehr wages, wie im Schlaf gesprochenes an sich hatte. Und tatsaechlich, der Bus kommt, Ruben winkt, der Bus faehrt vorbei. Mit seinem grossen Rucksack am Ruecken denkt Ruben nach, wo er doch eigentlich laufen sollte. Das macht aber ein junger athletischer Bekannter fuer ihn, er sprintet dem Bus nach und haemmert mit der flachen Hand auf das Beifahrerfenster. Der Bus bleibt stehen und erleichtert steigt Ruben, der nachgelaufen ist, in den Bus. ....in diesem Moment geschieht etwas erstaunliches: die Erzaehlperspektive wechselt in die erste Person!...
Da war ich also im Bus, sicher aufgehoben bis nach Santa Cruz...dachte ich. Ob des schlechten Weges kamen wir erst gen 3 Uhr frueh in San Xavier an um uns zu erfrischen und ein wenig die Beine zu vertreten. Der Busfahrer hat sich gleich neben den Bus gelegt und ein bischen geschlafen. Ich bin also vielleicht 50m weiter gegangen, und da hab ich sie gesehen, die wunderbare Fasade der alten Jesuitenkirche. Sehr muede und noch etwas schlaftrunken erschien sie wie aus einer anderen Zeit, gleichzeitig archaisch und futuristisch, ein bischen wie die Arche Noah, ein bischen mehr wie ein Raumschiff (siehe dazu die Fotos im Newsletter 3: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/san-jose-de-chiquitos-schulkinder.html).
Ueber der uralten Pforte steht geschrieben: „domus Dei et porta caeli“ (Gen 28, 17), „Haus Gottes und Pforte des Himmels“. Und wahrlich, so schien es mir in dieser Nacht.
Als ich dann, von der weithin strahlenden Kirche noch ein bischen benommen zurueck kam zum Bus, war dieser nicht mehr da. Alleine um 03:00 mit nichts bei mir ausser ein wenig Geld in einer kleinen Stadt in einem riesigen Wald im Tiefalnd Boliviens. Oh Schrecken.
Da entdeckte ich noch einen anderen Bus, fuer 40 Bolivianos wollte der Fahrer mich nach Santa Cruz bringen. Nach vielleicht 10 Kilometern stand da meine alte Flota. Meine neue Flota waere aber ganz schnell und unauffaellig vorbeigefahren. Die 40 Bolivianos wollte der Fahrer sich nicht entgehen lassen. Ich hab ihn aber gezwungen (ohne Gewalt) stehen zu bleiben und stieg um. Wie sich herausstellte war der erste Busfahrer ploetzlich aufgesprungen aus dem Schlaf, ist in den Bus gestuerzt und ohne weiter irgendetwas zu denken losgefahren. Ein Paar Passagiere haben aber den leeren Polstersitz ohne Gringo bemerkt und reklamiert und sich sogar richtig aufgeregt, und auch sie haben ihn gezwungen stehen zu bleiben (ohne Gewalt)!
Jetz war ich also wieder in der Flota, und nein, aussteigen wuerde ich nicht mehr, denn schon zweimal hatte sich der Slogan der Flota Guzmar als falsch erwiesen :“Gente que quiere su gente“, Leute die ihre Leute moegen sind sie wahrlich nicht.
II.Halb so schlimme Lebensgefahr, Santa Cruz - Cochabamba
Im Santa Cruz gabs dann wie es hies wegen Dieselmangel keine Flotas nach Cochabamba., Ich hab gesucht und gekaempft und eine gefunden. Die fahrt war schoen. Rauf auf die Berge, die Landschaft wurde immer karger, trockener. An jeder Haltestellte laufen viele Kinder und Frauen zum Bus und verkaufen verschiedenes zum essen und trinken, Empenadas (gefuellte Teigtaschen), Huenchen, Getraenke in Flaschen oder, sehr typisch, in kleinen Plastiksackerln. Nur einmal hab ich einen Cocatee aus einem Plastiksackerl mit Strohhalm getrunken, ganz lustig ist das und geht gut zu trinken. Manchmal standen am Strassenrand Schilder „Geologisch instabile Strasse, Lebensgefahr“, alles aber halb so schlimm („halb so schlimme Lebensgefahr“). Vor mir war eine junge Mutter mit zwei kleinen Maedchen, die haben die Plastiksackerln dann auch benutz um Klostops zu sparen. Als ich dann im halbschlaf etwas lauwarmes gespuet hab an meinen Beinen, hat es ein bischen gedauert bis ich drauf gekommen bin was das war. Tee war keiner mehr da zum ausrinnen aus den Sackerln. Ja so ist das in der Flota, mitten drinnen, mitten bei den Leuten, man sieht sie nicht nur, man hoert sie, riecht sie und spuert sie, und so lernt man sie richtig kennen.
In Cochabamba bin ich gleich zu den Franziskanern, dort war gerade Messe. Da war ich also mit meinem schoenen Globetrotterrucksack. Nach der Messe ist eine sehr nette vielleicht 50 jaehrige Frau zu mir gekommen, hat mir sehr freundlich die Hand gereicht und 10 Bolivianos zugesteckt. „No lo necesito“, ich brauch es nicht hab ich ueberrascht gesagt „nein, nein, ich gebe es ihnen gerne, machen sie sich keine gedanken, nehmen sie es ruhig“—„Nein ich warte hier auf die Franziskaner und...“--„Ich helfe ihnen gerne weiter, schaemen sie sich nicht...“ Es war schwer sie von meiner Nicht-Notlage zu ueberzeugen...In LA wurde mir arbeit angeboten in der Kirche (siehe Newsletter 2: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/vom-mysterioesen-verschwinden-des.html), hier wurde mir gleich Geld zugesteckt. Sagt das etwas ueber die unterschiedliche Einstellung und Mentalitaet in den Vereinigten Staaten un Suedamerika aus, oder doch mehr ueber mein Auftreten und Aussehen?
In Cochabamba bin ich gleich zu den Franziskanern, dort war gerade Messe. Da war ich also mit meinem schoenen Globetrotterrucksack. Nach der Messe ist eine sehr nette vielleicht 50 jaehrige Frau zu mir gekommen, hat mir sehr freundlich die Hand gereicht und 10 Bolivianos zugesteckt. „No lo necesito“, ich brauch es nicht hab ich ueberrascht gesagt „nein, nein, ich gebe es ihnen gerne, machen sie sich keine gedanken, nehmen sie es ruhig“—„Nein ich warte hier auf die Franziskaner und...“--„Ich helfe ihnen gerne weiter, schaemen sie sich nicht...“ Es war schwer sie von meiner Nicht-Notlage zu ueberzeugen...In LA wurde mir arbeit angeboten in der Kirche (siehe Newsletter 2: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/vom-mysterioesen-verschwinden-des.html), hier wurde mir gleich Geld zugesteckt. Sagt das etwas ueber die unterschiedliche Einstellung und Mentalitaet in den Vereinigten Staaten un Suedamerika aus, oder doch mehr ueber mein Auftreten und Aussehen?
III.Heiligenstatue erleidet Martyrium, Cochabamba und Umgebung
Die wie immer sehr netten Franziskaner (diese Reise war ein Konvent- hopping, von einem Konvent zum naechsten), haben einen sehr schoenen und sehr grossen Konvent im Zentrum Cochabambas.
Alle Theologiestudenten des Ordens leben dort. Auch mit meinem Freund Wilson, den ich auf der Reise nach Puerto Suarez kennengelernt habe (siehe Newsletter 3: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/m-tag-nach-dem-patrozinium-sind-wir.html)
gab es ein freudiges Wiedersehen.
Noch freudiger waren aber die zwei treffen mit Bernadeth Caero Bustido, die viele von euch kennen werden. Sie hat 13 Jahre in Oesterreich und unserem grossen, ganz nettem Nachbarland im Norden verbracht.
Die letzten Jahre war sie auf der Universitaet in Salzburg, und hat dort unterrichtet waerend sie ihren Doktor gemacht hat. Seit 4 oder 5 Monaten ist sie jetzt wieder in Bolvien und ist hier die erste weibliche Theologiedoktorin und die einzige Professorin. Ein sehr nettes Abendessen haben wir verbracht, und am naechsten Tag bin ich mit ihr und ihrem Vater in den Campo gefahren, um auch hier das Leben am Land ein bischen kennenzulernen.
Wie im Tiefland sind fast alle Haeuser aus Adobe, aus Erde mit Stroh zum binden und getrocknet an der Luft. Adobe Haueser sind etwas ganz eigenartiges. Sie sind aus Erde, scheinen aus der Erde zu wachsen, und werden wieder zu Erde. Adobehaeuser sind immer im Verfallen begriffen, etwas morbides umgibt sie. Selten war mir die Vergaenglichkeit bewusster als im Angesicht eines dieser schon fast ganz verfallenen Adobehaeuser neben einer bald verfallenden Kapelle. Das Haus muss einmal sehr stattlichgewesen sein, vielleicht ein Pfarrhof, noch waren kleine ueberreste von aus lehm geformten verzierungen zu sehen.
Dann kamen wir nach Tarata, eine kleine Stadt mit schoenen Kolonialhaeusern, alle sehr heruntergekommen. Vom riesigen Franziskanerkonvent von Tarata ging einst die Missionierung des Oriente aus. Jetzt leben dort 2 Franziskaner, einer davon ein Junger Slovake, ich kenne Lorenzo von Puerto Suarez. Ein grosser, starker, eigenartiger und ueberwaeltigend lustiger Slovake. Ein Bruder von ihm ist Priester, ein anderer war Box Profi und sitzt jetzt im Gefaengnis, der vierte hat sich von der Russenmafia in die Fremdenlegion gefluechtet.
Der Patron der Kirche des Konvents, der Heilige Serverino wird sehr verehrt von den Cochabambinos, zu tausenden kommen sie zu seinem Fest, dabei ereignete sich letztes Jahr etwas grauenhaftes, etwas ausserordentliches, etwas das viel aussagt ueber die Spiritualitaet Suedamerikas.
Das fest des Heiligen Severino war schon nahe. Da wurde beschlossen, den in einem Glassarg liegenden Heiligen von seinem angestammten Platz in einer Seitenkapelle links des Hauptaltares vor den Hauptaltar zu bringen. Die Franziskaner waren dagegen, aber die Leute wollten ihren Heiligen vor dem Hauptalter, denn, so sagte mir Lorenzo „Er ist den Leuten ja wichtiger als der Diosito (Koseform von Dios)“. Da haben sich die Franziskaner dem willen des glaeubigen Volkes gebaeugt, wohl mit wiederwillen.
Schon war das Fest des Heiligen gekommen. Die Kirche war vollgestopft mit Leuten. Nur ein kleiner Teil der Menge konnte sitzen, viel mehr standen, lehnten sich an die Saeulen, sassen auf den Stufen vor den Seitenkappellen. Und da geschah es, ich weis nicht, wie weit die Messe gerade war. Vielleicht hoerten sie gerade das Wort des Herrn „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“(Mk13,2). Da loest sich aus der hohen Decke ein mehr als faustrosser Stein, er faellt und durchschlaegt des Heiligen Sarg und trifft die Statue zwischen Schulter und Hals und schlaegt eine tiefe Wunde. In der Kirche hat man keinen Laut gehoert. Ich glaube die versammelten Hochlaender haben auf den Untergang dieser Welt gewartet. Als der nicht kam, haben sie den Heiligen schnell wieder an seinem alten Platz gebracht, und dort wird er wohl bleiben, bis das ende dann da ist! Die Beste Katechese ueber den Sinn und Bedeutung der Heiligenverehrung der Welt.
Mit Wilson und Bernadeth habe ich sehr interessante Gespraeche gefuehrt, und ich glaube jetzt verstehe ich Bolivien und die Hochlaender ein bischen besser. Das sie verschlossen sind und die Tieflaender recht offen, scheint auf dem ersten Blick zu stimmen. Aber ich glaube, die Tieflaender sind nur anders verschlossen (sie reden viel, aber man kommt sich nur schwer naeher) und die Hochlaender anders offen. Mit den Tieflaendern verstehe ich mich emotional sehr gut, ich mag sie, wir sind Freunde, es ist lustig. Aber ich tu mir oft so schwer mit ihnen richtig zu reden. Das liegt zu einem grossen Teil am Bildungsmangell, so schade das auch ist. Aber da gibt es wenig austausch (andererseits viel fuer mich zu erzaehlen und oft sind sie auch sehr interessiert).
Daran merkt man wohl auch das Ungleichgewicht in diesem Land (siehe Newsletter 5. politische Spannungen:http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/03/bolivien-ein-geteiltes-land-die-lage.html).
Nicht nur die Infrastruktur ist im Osten traumhaft, mit keinen Schlaglocher tiefer als 20cm, auch die Bildung ist viel weiter, und es gibt Touristen. Das erste mal in meinem Leben habe ich mich ueber Touristen gefreut, aber dazu spaeter mehr
Alle Theologiestudenten des Ordens leben dort. Auch mit meinem Freund Wilson, den ich auf der Reise nach Puerto Suarez kennengelernt habe (siehe Newsletter 3: http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/m-tag-nach-dem-patrozinium-sind-wir.html)
gab es ein freudiges Wiedersehen.
Noch freudiger waren aber die zwei treffen mit Bernadeth Caero Bustido, die viele von euch kennen werden. Sie hat 13 Jahre in Oesterreich und unserem grossen, ganz nettem Nachbarland im Norden verbracht.
Die letzten Jahre war sie auf der Universitaet in Salzburg, und hat dort unterrichtet waerend sie ihren Doktor gemacht hat. Seit 4 oder 5 Monaten ist sie jetzt wieder in Bolvien und ist hier die erste weibliche Theologiedoktorin und die einzige Professorin. Ein sehr nettes Abendessen haben wir verbracht, und am naechsten Tag bin ich mit ihr und ihrem Vater in den Campo gefahren, um auch hier das Leben am Land ein bischen kennenzulernen.
Wie im Tiefland sind fast alle Haeuser aus Adobe, aus Erde mit Stroh zum binden und getrocknet an der Luft. Adobe Haueser sind etwas ganz eigenartiges. Sie sind aus Erde, scheinen aus der Erde zu wachsen, und werden wieder zu Erde. Adobehaeuser sind immer im Verfallen begriffen, etwas morbides umgibt sie. Selten war mir die Vergaenglichkeit bewusster als im Angesicht eines dieser schon fast ganz verfallenen Adobehaeuser neben einer bald verfallenden Kapelle. Das Haus muss einmal sehr stattlichgewesen sein, vielleicht ein Pfarrhof, noch waren kleine ueberreste von aus lehm geformten verzierungen zu sehen.
Dann kamen wir nach Tarata, eine kleine Stadt mit schoenen Kolonialhaeusern, alle sehr heruntergekommen. Vom riesigen Franziskanerkonvent von Tarata ging einst die Missionierung des Oriente aus. Jetzt leben dort 2 Franziskaner, einer davon ein Junger Slovake, ich kenne Lorenzo von Puerto Suarez. Ein grosser, starker, eigenartiger und ueberwaeltigend lustiger Slovake. Ein Bruder von ihm ist Priester, ein anderer war Box Profi und sitzt jetzt im Gefaengnis, der vierte hat sich von der Russenmafia in die Fremdenlegion gefluechtet.
Der Patron der Kirche des Konvents, der Heilige Serverino wird sehr verehrt von den Cochabambinos, zu tausenden kommen sie zu seinem Fest, dabei ereignete sich letztes Jahr etwas grauenhaftes, etwas ausserordentliches, etwas das viel aussagt ueber die Spiritualitaet Suedamerikas.
Das fest des Heiligen Severino war schon nahe. Da wurde beschlossen, den in einem Glassarg liegenden Heiligen von seinem angestammten Platz in einer Seitenkapelle links des Hauptaltares vor den Hauptaltar zu bringen. Die Franziskaner waren dagegen, aber die Leute wollten ihren Heiligen vor dem Hauptalter, denn, so sagte mir Lorenzo „Er ist den Leuten ja wichtiger als der Diosito (Koseform von Dios)“. Da haben sich die Franziskaner dem willen des glaeubigen Volkes gebaeugt, wohl mit wiederwillen.
Schon war das Fest des Heiligen gekommen. Die Kirche war vollgestopft mit Leuten. Nur ein kleiner Teil der Menge konnte sitzen, viel mehr standen, lehnten sich an die Saeulen, sassen auf den Stufen vor den Seitenkappellen. Und da geschah es, ich weis nicht, wie weit die Messe gerade war. Vielleicht hoerten sie gerade das Wort des Herrn „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“(Mk13,2). Da loest sich aus der hohen Decke ein mehr als faustrosser Stein, er faellt und durchschlaegt des Heiligen Sarg und trifft die Statue zwischen Schulter und Hals und schlaegt eine tiefe Wunde. In der Kirche hat man keinen Laut gehoert. Ich glaube die versammelten Hochlaender haben auf den Untergang dieser Welt gewartet. Als der nicht kam, haben sie den Heiligen schnell wieder an seinem alten Platz gebracht, und dort wird er wohl bleiben, bis das ende dann da ist! Die Beste Katechese ueber den Sinn und Bedeutung der Heiligenverehrung der Welt.
Mit Wilson und Bernadeth habe ich sehr interessante Gespraeche gefuehrt, und ich glaube jetzt verstehe ich Bolivien und die Hochlaender ein bischen besser. Das sie verschlossen sind und die Tieflaender recht offen, scheint auf dem ersten Blick zu stimmen. Aber ich glaube, die Tieflaender sind nur anders verschlossen (sie reden viel, aber man kommt sich nur schwer naeher) und die Hochlaender anders offen. Mit den Tieflaendern verstehe ich mich emotional sehr gut, ich mag sie, wir sind Freunde, es ist lustig. Aber ich tu mir oft so schwer mit ihnen richtig zu reden. Das liegt zu einem grossen Teil am Bildungsmangell, so schade das auch ist. Aber da gibt es wenig austausch (andererseits viel fuer mich zu erzaehlen und oft sind sie auch sehr interessiert).
Daran merkt man wohl auch das Ungleichgewicht in diesem Land (siehe Newsletter 5. politische Spannungen:http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/03/bolivien-ein-geteiltes-land-die-lage.html).
Nicht nur die Infrastruktur ist im Osten traumhaft, mit keinen Schlaglocher tiefer als 20cm, auch die Bildung ist viel weiter, und es gibt Touristen. Das erste mal in meinem Leben habe ich mich ueber Touristen gefreut, aber dazu spaeter mehr
IV.Die schraegste Stadt der Welt, La Paz, Hochhaeuser fuer Tote
Nach drei Naechten in Cochabamba bin ich weitergefahren nach La Paz. Rauf auf den Alti Plano, eine sehr karge, trockene und windige Hochebene. Nach einigen Stunden fahrt durch diese faszinierend leere Landschaft erblickt man El Alto. Eine arme, uninteressante, grosse Stadt, vor allem Flach, auch nicht schoener oder schiacher als Santa Cruz. denkt man. Und dann ploetzlich faellt die Hochebene 500 Meter steil ab. Und die Haenge sind voll mit kleinen Haeusern, mit Zehntausenden, so weit das Auge reicht. Das ist La Paz. Eine Verrueckte Stadt. Die hoechstgelegenste Millionenstadt der Welt.
Ich hatte das Glueck in dem schoenen Konvent San Francisco mit seiner gewaltigen Barockkirche (anders als das Jesuitenbarock) zu bleiben, dem wahren Zentrum von La Paz. Vor mir ein Platz immer voll mit Menschen, hinter mir die beruehmtesten Strassen der Stadt, Sagarnaga, die Strasse fuer Kunsthandwerk, alte Stoffe Cafes etc, und die Calle Lineares ( auch Calle de las Brujas, die „Hexenstrasse“ genantn), wo alte Frauen unter anderem die schon in meinem Weihnachtsgruss erwaehnten Lamaembryos verkaufen. In La Paz geht man immer bergauf oder bergab. Besonders aber dann, wenn man wie ich zufuss von El Alto nach La Paz hinab steigt.
Am Sonntag ist in El Alto ein riesiger Markt, da wollte ich hin. Wie immer in den Staedten hier hab ich mir ein Mikro gestoppt, und in dem restlos ueberfuellten Kleinbus bin ich hinaufgefahren. Der Markt war beeindrucken. Nicht wegen der ausnahmslos billigen und zweitklassigen Wahren, billige Kleidung, Videos und CDs, Essen, Haushaltswaren wie zB die fuer die echten Colla Frauen obligatorischen Kochschuerzen die sie immer ueber ihren grellen Polysterkleidern tragen, sondern wegen den vielen Leuten, den vielen Farben, der schoenen Aussicht, der duennen Luft. Die Stimmung war eigenartig und einzigartig. Noch interessanter war dann der Abstieg. Endlose Stufen durch Armenviertel, immer mit herrlicher Aussicht.
Dann kommt man zum Hauptfriedhof, wahrlich einer der surrealistischten Plaetze, die ich in meinem Leben gesehen habe. Die Leichen werden nicht eingegraben, sondern in Betonnischen gelegt. Und zwar in richtigen Haeusern, ja mehrstoeckigen, Hohen Haeusern, mit Hunderten Totennischen. Das ist wie das Negativ einer alten christlichen Katakombe aus Rom, eine Katakombe die nach oben gestuelpt wurde. Wie ein ganzes Stadtviertel nur fuer Tote.
Und vor dem Friedhof beginnt dann weider ein grosser Markt, der sich Kilometer lang dahinzieht. Wer all diese Dinge kauft ist mir ein Raetzel. Es gibt wohl 1 Million Bolivianer die kleine Staende haben und noch eine Million die mit kleinen Wagen durch die Stadt fahren um ihre gekochten und gemachten Dinge zu verkaufen. Dann gibt es sicher eine Million Taxifahrer bzw. Mototaxifahrer, und eine Million Bolivianer die aus den Taxis die Ziele ausrufen, in einer unglaublichen Geschwindigkeit rappen sie die Ziele herunter. Wieviele Kinder es gibt, die Haendl oder Bananan auf Stecken zu den Busfenstern halten kann ich nicht sicher sagen, sehr viele jedenfalls.
Allerdings gibt es sehr wenige Bolivianer, die ein geregeltes und sicheres einkommen haben.
Am naechsten Tag bin ich in die Yungas gefahren, in die Berg und Nebelwaelder. Und zwar mit dem Fahhrad, auf dem beruehmten „Camino de la Muerte“, der gefaehrlichsten Strasse der Welt. 60 km, ueber 3000 Hoehenmeter Bergab, vom Schnee auf 5000 m auf unter 2000m! Einen grossen Teil davon auf einer nur wenige Meter breiten Schotterstrasse mit Hundert Meter freien Fall auf der Seite. Aber fuer Busse ist es noch viel gefaehrlicher als fuer Fahhraeder. In einer Kurve steht ein Kreuz mit Hundert Namen. Sehr auffregend, und sehr schoen, mit unglaublichen Aussichten. Fuer den Gefaerhlichsten Strassenabschnitt hat man die Fahrseite geaendert hat. Faehrt man Bergab, muss man links immer an der Aussenkante entlang fahren.
Ich hatte das Glueck in dem schoenen Konvent San Francisco mit seiner gewaltigen Barockkirche (anders als das Jesuitenbarock) zu bleiben, dem wahren Zentrum von La Paz. Vor mir ein Platz immer voll mit Menschen, hinter mir die beruehmtesten Strassen der Stadt, Sagarnaga, die Strasse fuer Kunsthandwerk, alte Stoffe Cafes etc, und die Calle Lineares ( auch Calle de las Brujas, die „Hexenstrasse“ genantn), wo alte Frauen unter anderem die schon in meinem Weihnachtsgruss erwaehnten Lamaembryos verkaufen. In La Paz geht man immer bergauf oder bergab. Besonders aber dann, wenn man wie ich zufuss von El Alto nach La Paz hinab steigt.
Am Sonntag ist in El Alto ein riesiger Markt, da wollte ich hin. Wie immer in den Staedten hier hab ich mir ein Mikro gestoppt, und in dem restlos ueberfuellten Kleinbus bin ich hinaufgefahren. Der Markt war beeindrucken. Nicht wegen der ausnahmslos billigen und zweitklassigen Wahren, billige Kleidung, Videos und CDs, Essen, Haushaltswaren wie zB die fuer die echten Colla Frauen obligatorischen Kochschuerzen die sie immer ueber ihren grellen Polysterkleidern tragen, sondern wegen den vielen Leuten, den vielen Farben, der schoenen Aussicht, der duennen Luft. Die Stimmung war eigenartig und einzigartig. Noch interessanter war dann der Abstieg. Endlose Stufen durch Armenviertel, immer mit herrlicher Aussicht.
Dann kommt man zum Hauptfriedhof, wahrlich einer der surrealistischten Plaetze, die ich in meinem Leben gesehen habe. Die Leichen werden nicht eingegraben, sondern in Betonnischen gelegt. Und zwar in richtigen Haeusern, ja mehrstoeckigen, Hohen Haeusern, mit Hunderten Totennischen. Das ist wie das Negativ einer alten christlichen Katakombe aus Rom, eine Katakombe die nach oben gestuelpt wurde. Wie ein ganzes Stadtviertel nur fuer Tote.
Und vor dem Friedhof beginnt dann weider ein grosser Markt, der sich Kilometer lang dahinzieht. Wer all diese Dinge kauft ist mir ein Raetzel. Es gibt wohl 1 Million Bolivianer die kleine Staende haben und noch eine Million die mit kleinen Wagen durch die Stadt fahren um ihre gekochten und gemachten Dinge zu verkaufen. Dann gibt es sicher eine Million Taxifahrer bzw. Mototaxifahrer, und eine Million Bolivianer die aus den Taxis die Ziele ausrufen, in einer unglaublichen Geschwindigkeit rappen sie die Ziele herunter. Wieviele Kinder es gibt, die Haendl oder Bananan auf Stecken zu den Busfenstern halten kann ich nicht sicher sagen, sehr viele jedenfalls.
Allerdings gibt es sehr wenige Bolivianer, die ein geregeltes und sicheres einkommen haben.
Am naechsten Tag bin ich in die Yungas gefahren, in die Berg und Nebelwaelder. Und zwar mit dem Fahhrad, auf dem beruehmten „Camino de la Muerte“, der gefaehrlichsten Strasse der Welt. 60 km, ueber 3000 Hoehenmeter Bergab, vom Schnee auf 5000 m auf unter 2000m! Einen grossen Teil davon auf einer nur wenige Meter breiten Schotterstrasse mit Hundert Meter freien Fall auf der Seite. Aber fuer Busse ist es noch viel gefaehrlicher als fuer Fahhraeder. In einer Kurve steht ein Kreuz mit Hundert Namen. Sehr auffregend, und sehr schoen, mit unglaublichen Aussichten. Fuer den Gefaerhlichsten Strassenabschnitt hat man die Fahrseite geaendert hat. Faehrt man Bergab, muss man links immer an der Aussenkante entlang fahren.
V. Wo die Wilden Aymara wohnen
Nach diesen abenteuerlichen Tagen in La Paz hab ich mir ein Mikro geschnappt, und mit dem Rucksack auf den Knien gings los.
In El Alto haben sie noch ein Sofa mit zwei Polstersesseln auf den VW Bus geschnallt, und dann drei Stunden schoene Fahrt mit der beeindrucken Cordilera Real (Schneebedeckte Berggipfel) an der Seite. Ich hab einen netten Expiloten kennengelernt, der mir viel erzaehlt hat ueber den oekonomischen Niedergang des Landes und dem politischen Aufstieg der linken, die so links sind, das sie sehr weit rechts wieder rauskommen, da werden Sozialisten schnell zu sehr nationalen Sozialisten („Die Erde ist rund“ hat meinem Pilotenfreund einmal ein alter Guirillakaempfer erzaehlt, „geht man zu weit nach links, kommt man rechts wieder raus“), Geschichten von Korruption und Dummheit sondergleichen. Noch mehr interessiert hat mich aber, dass es in den Cordileren ein Gebiet gibt, in das sich keiner heineintraut, denn noch nie ist wer lebend reausgekommen, der kein Aymara war. Ihr Land ist Heilig, und wer es betritt entweiht es und muss sterben (so hat er mir es erzaehlt). So ein Tal fehlt in Oesterreich, ein weisser Fleck mitten im Land wo noch Wilde leben, oder gibt es doch eines?
Wieviel an dieser Geschichte dran ist, kann ich nciht sagen, dass manche Aymara sehr wild sind ist aber offensichtlich. Vor einem Monat und ein bischen, als gerade die Proteste gegen die Neue Verfassung angefangen haben, haben sie in einem Dorf die Strassenhudne eingefangen, haben ihnen die Namen der Tieflandpolitiker gegeben (zB Rubèn Costa, der Landeshauptmann von Santa Cruz) und dann haben sie die armen Hunde vor laufender Kamera gekoepft. Da war aber auch hier ein grosser Skandal. Die Leute die ich aber persoenlich kennengelernt habe, besonders in La Paz, sind sehr ruhige und zuvorkommende Menschen. Wie meistens sind diese wilden Leute wohl kleine Gruppen, die aber ein ganzes Land ins verderben reissen koennen mit guter Rhetorik und guten Feindbildern (das waeren dann, so leid es mir tut, WIR).
Von Copacabana hab ich euch in meinem Weihnachtsgruss schon erzaehlt. Ein kleiner Ort, mit einer grossen Kirche, vielen Touristen und wunderschoener Landschaft. Es hat so gut getan, echte Touristen zu treffen, mit denen man ein bischen reflektieren kann ueber seine Erfahrungen. Interessant war es zum Beispiel mit einer Hollenderin, die als Volutnaerin in einem MAS (Movimiento al Socialismo, die fuerhende, ultra Linke Partei) Gebiet in einem MAS Haushalt gelebt hat. Die hat mir ganz andere Geschichten erzaehlt. Eben das der Evo Morales den Oligarchen mal die Grenzen aufzeigt und den Armen hilft und dem Westen die Stirn bietet (die armen US Amerikaern leiden zum Beispiel sehr darunter, das sie jetzt 100 Dollar fuer die Einreise zahlen muessen. Dass dabei der Tourismus eingeht zaehlt nicht soviel wie ein sinnloser symbolischer Akt. in der Chiquitania ist der Tourismus zb. voellig eingebrochen. In Concepcion, dass angewiesen ist auf den Tourismus, ist der Tourismus im letzten Jahr um 60% zurueckgegagnen). Ich glaube sogar, dass diese blonde und grosse Hollaenderin recht hat, das Problem ist eben, welchen Armen Evo hilft. Das sind seine Armen, da sind die Hochlaender denen geholfen wird (und da bei weitem nicht allen). So ein Held ist er nicht fuer das ganze Land. Das Tiefland, die Haelfte des Landes, bleibt auf der Strecke.
Vom Sonnenuntergang am Kalvarienberg und von meinem Sonnenbrand auf der Isla del Sol wisst ihr schon. Lamas und Flamingos gibt es hier und man isst viel Fisch. Auch das hat gut getan.
Um mein Visum zu erneuern musste ich dann kurz nach Peru. Ich bin an einem Grenzuebergang rein, und am anderen wieder raus. In Desaguadero, auf der Wiedereinreise, wurde ich von einem Rikscha ueber die Grenze gefahren, das war sehr nobel. Der Genzbeamte war sehr nett. Er hat gesagt, er kann mir nur einen Stempel fuer dreissig Tage geben, ich hab ihn aber gesagt das ich nicht zum Migrationsbuero kann, da hat er mich kurz angeschaut, ich war ihm sympatisch und er hat mir drei mal den Pass abgestempelt. Das war glaub ich auch eine Art bestechung.
Auf dem Rueckweg bin ich in Tiwanaku ausgestiegen. In der Einoede liegen diese grossen und bedeutenden Tempelanlagen. Ich musste drei Kilometer die Strasse runter, Staub im Gesicht heisse Sonne im Genick. Das erste mal in meinem leben bin ich mir wie ein echter Tramper vorgekommen, hart aber schoen, ein einsamer Jaeger. Die Ruinen sind sehr beeindruckend. Auch davon hab ich schon berichtet in meinen Weihnachtsgruessen.
Von Tiwanaku bin ich dann auf den schnellsten weg zurueck nach La Paz, Santa Cruz, San Ignacio, eine sehr lange fahrt. Von La Paz nach Santa Cruz hab ich den hintersten Platz neben einer nicht funktionierenden Toilette mit nicht schliessenden Tueren gehabt. In Santa Cruz ist die letzte Flota um 16:00 statt um 20:00 gefahren, mit angekuendigtem mehrtaegigem Fahrstopp nachher(Strassenblockaden), ich habe den Bus noch erwischt. Mit vielen Stunden verspaetung (fast unpassierbarer Weg) war ich wieder in San Ignacio. Ein bischen gescheiter und ein bischen roeter im Gesicht (die Isla del Sol hat mich gepraegt)!
Liebe Freunde und Bekannte, bis zum naechsten mal. Haltet mich auf dem laufenden was in Oesterreich und in euren Leben passiert!
So verbleibe ich und wuensche euch ein gutes, gesegnetes Jahr 2008
Euer
Ruben
PS: endlich hab ich Zeit gefunden die Miss Bolivia zu treffen
In El Alto haben sie noch ein Sofa mit zwei Polstersesseln auf den VW Bus geschnallt, und dann drei Stunden schoene Fahrt mit der beeindrucken Cordilera Real (Schneebedeckte Berggipfel) an der Seite. Ich hab einen netten Expiloten kennengelernt, der mir viel erzaehlt hat ueber den oekonomischen Niedergang des Landes und dem politischen Aufstieg der linken, die so links sind, das sie sehr weit rechts wieder rauskommen, da werden Sozialisten schnell zu sehr nationalen Sozialisten („Die Erde ist rund“ hat meinem Pilotenfreund einmal ein alter Guirillakaempfer erzaehlt, „geht man zu weit nach links, kommt man rechts wieder raus“), Geschichten von Korruption und Dummheit sondergleichen. Noch mehr interessiert hat mich aber, dass es in den Cordileren ein Gebiet gibt, in das sich keiner heineintraut, denn noch nie ist wer lebend reausgekommen, der kein Aymara war. Ihr Land ist Heilig, und wer es betritt entweiht es und muss sterben (so hat er mir es erzaehlt). So ein Tal fehlt in Oesterreich, ein weisser Fleck mitten im Land wo noch Wilde leben, oder gibt es doch eines?
Wieviel an dieser Geschichte dran ist, kann ich nciht sagen, dass manche Aymara sehr wild sind ist aber offensichtlich. Vor einem Monat und ein bischen, als gerade die Proteste gegen die Neue Verfassung angefangen haben, haben sie in einem Dorf die Strassenhudne eingefangen, haben ihnen die Namen der Tieflandpolitiker gegeben (zB Rubèn Costa, der Landeshauptmann von Santa Cruz) und dann haben sie die armen Hunde vor laufender Kamera gekoepft. Da war aber auch hier ein grosser Skandal. Die Leute die ich aber persoenlich kennengelernt habe, besonders in La Paz, sind sehr ruhige und zuvorkommende Menschen. Wie meistens sind diese wilden Leute wohl kleine Gruppen, die aber ein ganzes Land ins verderben reissen koennen mit guter Rhetorik und guten Feindbildern (das waeren dann, so leid es mir tut, WIR).
Von Copacabana hab ich euch in meinem Weihnachtsgruss schon erzaehlt. Ein kleiner Ort, mit einer grossen Kirche, vielen Touristen und wunderschoener Landschaft. Es hat so gut getan, echte Touristen zu treffen, mit denen man ein bischen reflektieren kann ueber seine Erfahrungen. Interessant war es zum Beispiel mit einer Hollenderin, die als Volutnaerin in einem MAS (Movimiento al Socialismo, die fuerhende, ultra Linke Partei) Gebiet in einem MAS Haushalt gelebt hat. Die hat mir ganz andere Geschichten erzaehlt. Eben das der Evo Morales den Oligarchen mal die Grenzen aufzeigt und den Armen hilft und dem Westen die Stirn bietet (die armen US Amerikaern leiden zum Beispiel sehr darunter, das sie jetzt 100 Dollar fuer die Einreise zahlen muessen. Dass dabei der Tourismus eingeht zaehlt nicht soviel wie ein sinnloser symbolischer Akt. in der Chiquitania ist der Tourismus zb. voellig eingebrochen. In Concepcion, dass angewiesen ist auf den Tourismus, ist der Tourismus im letzten Jahr um 60% zurueckgegagnen). Ich glaube sogar, dass diese blonde und grosse Hollaenderin recht hat, das Problem ist eben, welchen Armen Evo hilft. Das sind seine Armen, da sind die Hochlaender denen geholfen wird (und da bei weitem nicht allen). So ein Held ist er nicht fuer das ganze Land. Das Tiefland, die Haelfte des Landes, bleibt auf der Strecke.
Vom Sonnenuntergang am Kalvarienberg und von meinem Sonnenbrand auf der Isla del Sol wisst ihr schon. Lamas und Flamingos gibt es hier und man isst viel Fisch. Auch das hat gut getan.
Um mein Visum zu erneuern musste ich dann kurz nach Peru. Ich bin an einem Grenzuebergang rein, und am anderen wieder raus. In Desaguadero, auf der Wiedereinreise, wurde ich von einem Rikscha ueber die Grenze gefahren, das war sehr nobel. Der Genzbeamte war sehr nett. Er hat gesagt, er kann mir nur einen Stempel fuer dreissig Tage geben, ich hab ihn aber gesagt das ich nicht zum Migrationsbuero kann, da hat er mich kurz angeschaut, ich war ihm sympatisch und er hat mir drei mal den Pass abgestempelt. Das war glaub ich auch eine Art bestechung.
Auf dem Rueckweg bin ich in Tiwanaku ausgestiegen. In der Einoede liegen diese grossen und bedeutenden Tempelanlagen. Ich musste drei Kilometer die Strasse runter, Staub im Gesicht heisse Sonne im Genick. Das erste mal in meinem leben bin ich mir wie ein echter Tramper vorgekommen, hart aber schoen, ein einsamer Jaeger. Die Ruinen sind sehr beeindruckend. Auch davon hab ich schon berichtet in meinen Weihnachtsgruessen.
Von Tiwanaku bin ich dann auf den schnellsten weg zurueck nach La Paz, Santa Cruz, San Ignacio, eine sehr lange fahrt. Von La Paz nach Santa Cruz hab ich den hintersten Platz neben einer nicht funktionierenden Toilette mit nicht schliessenden Tueren gehabt. In Santa Cruz ist die letzte Flota um 16:00 statt um 20:00 gefahren, mit angekuendigtem mehrtaegigem Fahrstopp nachher(Strassenblockaden), ich habe den Bus noch erwischt. Mit vielen Stunden verspaetung (fast unpassierbarer Weg) war ich wieder in San Ignacio. Ein bischen gescheiter und ein bischen roeter im Gesicht (die Isla del Sol hat mich gepraegt)!
Liebe Freunde und Bekannte, bis zum naechsten mal. Haltet mich auf dem laufenden was in Oesterreich und in euren Leben passiert!
So verbleibe ich und wuensche euch ein gutes, gesegnetes Jahr 2008
Euer
Ruben
PS: endlich hab ich Zeit gefunden die Miss Bolivia zu treffen
Mittwoch, 5. März 2008
Bolivien hat es in sich--Newsletter 5: Regenzeit in der Chiquitania
Liebe Freunde und Bekannte!
Nach ereignisreichen Wochen melde ich mich nun wieder, bevor ich dann fuer zwei Wochen das Land erkunden werde.
Was ist alles passiert? Ich hab in die Torte gebissen (siehe unten); eine blinde Indigena hat zu meinem Geigenspiel auf Chiquitano gesungen und getanzt, habe Geigenstunden gegeben, zwei Stunden fuer 50 Lideres religiosas ueber DEUS CARITAS EST auf Spanisch referiert, mit echten Brasilianern Fussball gespielt (die zwischendurch immer wieder mal einen Salto gemacht haben), hab die Woche vor meinem Geburtstag Heimweh gehabt, hab dann aber eine sehr nette Serenata gefeiert, ich war mit den vier Masaí Schwestern (keine Afrikanerinnen) und einem deutschen Voluntaer, Christoph, in einer Lagerhallendisco mit dem Namen “Eros” und brasilianischer bzw. bolivianischer Tanzmusik tanzen und Techno von vor 10 Jahren.
Zu Allerheiligen war ich mit Andres am Armenfriedhof von St. Anton, auch am Hauptfriedhof war ich, Padre Jesus ist aber nicht, wie ich gewarnt worden war, 12 Stunden von Grab zu Grab gegangen. Die Ministranten sind hoch motiviert, wir haben uns schon in eine Wahlfahrstkapelle eingesperrt und den Schluessel abgebrochen (warum wohl?), ich hab mir auch einen Traum erfuellt und habe in einer Jesuitenbarockkirche ministriert; hab im Radio Juan XXIII Blues gespielt und habe mit ein Paar Bolivianern auf dem Weg nach 16. de Agosto auf der Ladeflaeche der Paloma (unser weisser Toyota) Taizélieder gesungen. Die bolivianische Schoehnheitskoenigin hab ich noch nicht getroffen, sie kommt aus San Ignacio und hat sich den Titel gekauft (sagen die Leute und ich glaub es gern, so schoen wie die Innsbruckerinnen (siehe Newsletter 3 http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/die-schoensten-frauen-europas-einreise.html) ist sie bei weitem nicht). Ich hab in Carmensita einen Berufungsfilm gesehen in dem Spanier Urlaub in den Oesterreichischen Bergen machen, dann ist leider der Film nicht mehr gegangen, dabei ist gerade ein Spanier auf den Plan getreten der fast wie ein oesterreicher aussgeschaut hat und darum einen gespielt hat: weisser Vollbart, Lederhose und Tirolerhut und Pfeife (so wie wir alle halt meistens daherkommen, wahrscheinlich wollen die Kinder hier jetzt Oesterreicher werden).
Meinen eigenen Glockenrhytmus hab ich noch nicht ganz gefunden, ich arbeite aber dran. Mit Dionysio, dem Chellisten der fuer Juan Pablo Segundo gespielt hat in Rom (von den Musikprofs mein bester Freund), hab ich bei Nacht improvisiert und ganz neue Toene entdeckt. Die Antenne am Cerro (dem hochsten Huegel in der Gegend. 200 m hoher als alles andere, super aussicht) hab ich bestiegen, und unseren Glockenturm um mit Andres die Glocken mit ausgekluegelten Pfosteneinsatz umzuwuchten, und....
.... und die letzten 3 Tage (Sonntag 25.11., Montag und Dienstag) hab ich mehr oder weniger im Bett verbracht und nicht in der Flota auf dem Weg zu neuen Abenteuern. Samstag auf Sonntag hats mich naemlich erswischt. Durchfall, Erbrechen, Gliederschmerzen und Kopfweh und Schuettelfrost. Was man als Extranjero (Fremder) hier halt so zu erwarten hat. interessant was einem so alles durch den Kopf geht, wenn man krank wo in der Fremde liegt: Salzstangerl mit Weisswurst und Fanta, Bratwuerste mit Sauerkraut, Semmelknoedel mit Eierschwammerl, Essigwurst (von der Speckwurst), oh wie all diese herrlichen Speisen vor dem Einschlafen durch meinen Kopf getanzt sind in kompliziertesten Coreographien. Glaubt mir liebe Oesterreicher, niergendswo in der Welt isst man so gut wie in Oesterreich (Sigharstein 24, 3 Stock)
Nach ereignisreichen Wochen melde ich mich nun wieder, bevor ich dann fuer zwei Wochen das Land erkunden werde.
Was ist alles passiert? Ich hab in die Torte gebissen (siehe unten); eine blinde Indigena hat zu meinem Geigenspiel auf Chiquitano gesungen und getanzt, habe Geigenstunden gegeben, zwei Stunden fuer 50 Lideres religiosas ueber DEUS CARITAS EST auf Spanisch referiert, mit echten Brasilianern Fussball gespielt (die zwischendurch immer wieder mal einen Salto gemacht haben), hab die Woche vor meinem Geburtstag Heimweh gehabt, hab dann aber eine sehr nette Serenata gefeiert, ich war mit den vier Masaí Schwestern (keine Afrikanerinnen) und einem deutschen Voluntaer, Christoph, in einer Lagerhallendisco mit dem Namen “Eros” und brasilianischer bzw. bolivianischer Tanzmusik tanzen und Techno von vor 10 Jahren.
Zu Allerheiligen war ich mit Andres am Armenfriedhof von St. Anton, auch am Hauptfriedhof war ich, Padre Jesus ist aber nicht, wie ich gewarnt worden war, 12 Stunden von Grab zu Grab gegangen. Die Ministranten sind hoch motiviert, wir haben uns schon in eine Wahlfahrstkapelle eingesperrt und den Schluessel abgebrochen (warum wohl?), ich hab mir auch einen Traum erfuellt und habe in einer Jesuitenbarockkirche ministriert; hab im Radio Juan XXIII Blues gespielt und habe mit ein Paar Bolivianern auf dem Weg nach 16. de Agosto auf der Ladeflaeche der Paloma (unser weisser Toyota) Taizélieder gesungen. Die bolivianische Schoehnheitskoenigin hab ich noch nicht getroffen, sie kommt aus San Ignacio und hat sich den Titel gekauft (sagen die Leute und ich glaub es gern, so schoen wie die Innsbruckerinnen (siehe Newsletter 3 http://ofmbolivien.blogspot.com/2008/01/die-schoensten-frauen-europas-einreise.html) ist sie bei weitem nicht). Ich hab in Carmensita einen Berufungsfilm gesehen in dem Spanier Urlaub in den Oesterreichischen Bergen machen, dann ist leider der Film nicht mehr gegangen, dabei ist gerade ein Spanier auf den Plan getreten der fast wie ein oesterreicher aussgeschaut hat und darum einen gespielt hat: weisser Vollbart, Lederhose und Tirolerhut und Pfeife (so wie wir alle halt meistens daherkommen, wahrscheinlich wollen die Kinder hier jetzt Oesterreicher werden).
Meinen eigenen Glockenrhytmus hab ich noch nicht ganz gefunden, ich arbeite aber dran. Mit Dionysio, dem Chellisten der fuer Juan Pablo Segundo gespielt hat in Rom (von den Musikprofs mein bester Freund), hab ich bei Nacht improvisiert und ganz neue Toene entdeckt. Die Antenne am Cerro (dem hochsten Huegel in der Gegend. 200 m hoher als alles andere, super aussicht) hab ich bestiegen, und unseren Glockenturm um mit Andres die Glocken mit ausgekluegelten Pfosteneinsatz umzuwuchten, und....
.... und die letzten 3 Tage (Sonntag 25.11., Montag und Dienstag) hab ich mehr oder weniger im Bett verbracht und nicht in der Flota auf dem Weg zu neuen Abenteuern. Samstag auf Sonntag hats mich naemlich erswischt. Durchfall, Erbrechen, Gliederschmerzen und Kopfweh und Schuettelfrost. Was man als Extranjero (Fremder) hier halt so zu erwarten hat. interessant was einem so alles durch den Kopf geht, wenn man krank wo in der Fremde liegt: Salzstangerl mit Weisswurst und Fanta, Bratwuerste mit Sauerkraut, Semmelknoedel mit Eierschwammerl, Essigwurst (von der Speckwurst), oh wie all diese herrlichen Speisen vor dem Einschlafen durch meinen Kopf getanzt sind in kompliziertesten Coreographien. Glaubt mir liebe Oesterreicher, niergendswo in der Welt isst man so gut wie in Oesterreich (Sigharstein 24, 3 Stock)
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