Pastorale Abenteur in Bolivien- Rupertusblatt Artikel

Eine Gute Zusammenfassung unserer Arbeit in Bolivien in der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt: Pastorale Abenteur in Bolivien: Wie soll ich mein Kind gut ernähren

Dienstag, 28. Oktober 2008

Accion de Gracias

Liebe Freunde und Bekannte!

Vor einem Monat hab ich das so lieb gewonnene Bolivien verlassen. Nach drei Wochen in den Vereinigten Staaten bin ich nun seit bald zwei Wochen wieder in Österreich. Es gäbe noch so vieles zu erzählen. Allerdings will ich das in den persönlichen Begegnungen mit euch nachholen. Für heute bleibt mir nur mich bei euch zu bedanken: für Euer Interesse und eure Unterstützung, mit Gebet und finanziell.

Wenige Tage vor meiner Abreise haben wir eine Messe „en accion de gracias por el voluntario Ruben“ gefeiert. „Accion de gracias“, Danksagung, genau das bedeutet das griechische Wort Eucharistie. So viele Menschen, die ich in den 10 Monaten in Bolivien kennen lernen durfte sind gekommen, und es war wirklich ein Fest.

Am Ende der Messe habe ich mich bei den Menschen bedankt, für alles was sie mir gezeigt und mit mir geteilt haben, und für die Offenheit mit der sie mich aufgenommen haben. Besonders bei drei Personen die für mich in dieser Zeit wichtig waren habe ich mich bedankt, und will mich auch hier noch einmal bedanken.

Bei Padre Andres, der ohne nachzufragen bereit war mich aufzunehmen und mir Freiraum gab meinen Platz in der Gemeinschaft und in der Pfarre San Francisco zu finden. Von ihm habe ich gelernt, dass man den Menschen Raum geben muss ihren Platz zu finden und ihre Talente einzusetzen, auch wenn die Ideen dieses Menschen vielleicht nicht ganz mit den eigenen übereinstimmen.

Bei Padre Jesus, der mich immer Unterstützt hat, mit den nicht immer leichten Ministranten und dann mit der sich ausweitenden Pastoral-Sozialen Arbeit in den Barrios. Er hat mir gezeigt wie sehr man die Menschen lieben kann und soll, und das man nie das Vertrauen in die Menschen verlieren darf. Padre Jesus würde lieber all sein Geld verlieren als das er das Vertrauen in die Menschen verliert. Wirklich ein grosser Mensch, ich wünsche einem jeden, dass er einmal so einen Priester kennen lernen kann. Man wird verändert durch die Begegnung mit einem Menschen, in dem Christus lebt, und nicht mehr (nur)er selbst .

Bei „la profe, la señora, la hermanita la doña,, sobre todo mi amiga“ Dina. Ich habe nicht wirklich gewusst, warum ich nach Bolivien wollte. Ich wollte ein Abenteuer erleben, einen anderen Teil dieser Welt kennen lernen, einmal richtig weg von zuhause usw, sicher, aber,… da war noch mehr. Jetzt weis ich wieso ich nach Bolivien kommen sollte: Um mit Dina zusammen zuarbeiten und mit ihr durch die Barrios und die Comunidades im Campo zu ziehen, um den Menschen zu helfen und ihnen von Christus zu erzählen. Von ihr habe ich gelernt: Wenn ein Mensche dich braucht, musst du für ihn da sein. Du darfst nicht sagen, „ich bin müde, ich hab doch schon 8 Stunden gearbeitet“ oder „das soll besser der da machen oder der Pfarrer, ich kann das nicht“. An uns liegt es! Christus hat uns befreit, wie können wir dann wegeschaun oder vorbeigehen wenn ein Mensch gefangen ist? Gefangen in Armut und einem auswegslos triste scheinendem Leben, verfangen in Familienstreitigkeiten in dem keine Vergebung möglicht scheint; kranke, depressive, einsame, traurige, Menschen, Menschen die die Hoffnung verloren haben und nicht mehr daran glauben können, dass die Welt aus Liebe geschaffen wurde.

Danke Dina, dass du es mir ermöglicht hast für die Menschen da zu sein, das du mir so vertraut hast, das du für mich da warst, danke das du mich zu den Leuten gebracht hast und das du mich immer ermutigt hast etwas neues anzufangen. Du bist wirklich ein neuer Schlauch für den Neuen Wein (=Christus), und machst auch andere Menschen zu Neuen Schläuchen.

Ich schicke euch noch Fotos von der Einweihungsfeier der mit eurer Hilfe gebauten Häusern.

Bitte schreibt mir oder ruft mich an wenn ihr Zeit habt für ein treffen. Ihr habt mich begleitet in diesem Jahr, und ich möchte euch (besser) kennen lernen.

Ruben Weyringer

Sigharstein 24

5202 Neumarkt

Tel: 0676/7511558

So verbleibe in Dankbarkeit und wünsche euch Gottes Segen

Euer Ruben

PS: Ich werde mich noch einmal via newsletter melden. Im Oktober werde ich in Neumarkt einen Vortrag halten, und wenn die Möglichkeit bzw interesse besteht will ich auch in anderen Pfarren bzw Schulen erzählen was in einem so abgelegenen Winkel unserer Welt passiert. Wenn ihr Ideen habt, dann schreibt mir bitte!

Wir haben auch ein grösseres und wichtiges Projekt gestartet in San Ignacio: Für die vielen alleinerziehenden und armen Frauen wollen wir einen „Taller“, eine Werkstatt bauen. Die Frauen werden eine „Microempresa“, eine kleine Firma machen, und dort Schneidern etc... Die Idee ist schon sehr ausgereift, das Grundstueck hat die Pfarre schon und wir haben die Flurbereinigungsarbeiten schon abgeschlossen (das war die „gefährliche Bolivianerin“ im letzten Newsletter, 1,5 ha mit der Machete gereinigt, die Leute sind sehr motiviert und sehr viele haben mitgeholfen).

Die Pläne für den geplanten Komplex sind schon gezeichnet. Ein Kernstück des Baues wird eine Guarderia sein, eine Kindertagesstätte, denn gerade das ist eines der Hauptprobleme: Entweder können viele Mütter wegen der Kinder nicht arbeiten gehen, oder sie lassen die Kinder schon bald nach der Geburt alleine zuhause.

Wenn das Konzept ganz ausgearbeitet ist, werde ich euch davon noch einmal berichten. Der Name des Tallers wird sein „Taller Santa Theresa Benedicta a Cruce, Edith Stein“. Diese Tapfere Heilige und Patronin Europas ist genau die richtige Patronin für dieses Projekt, das helfen will den vielen armen Frauen und Familien eine Existenzgrundlage zu schaffen

Freitag, 18. Juli 2008

Newsletter 10: Rubens Rechenschaft, 30.Juni

Andrea winkt aus ihrem neuenm Haus
Mit Spiel weihen Andrea und Roberto das Haus ein
Jorge hobelt


Liebe Freunde und Bekannte,
Fuenf Monate nach dem Spendenaufruf fuer Doña Virginia ist es an der Zeit erstmals Rechenschaft abzulegen. Eine Detailierte auflistung der Ausgaben werde ich euch nach Bauabschluss senden. Da die Zeit knapp ist beginne ich diese Rechenschaft heute und werde sie naechste Woche weiterfuehren.
Eure Spenden bewegen San Ignacio
Dier ersten Spenden gingen ein am 15. Februar, bis zum 14. Juni beliefen sie sich auf fast 14.000(13.967) US$ bzw 9.204 Euro.
In den 9 Monaten in Bolivien habe ich vieles gelernt, eine der wichtigsten Lektionen: Suche die Leute, denen du helfen kannst, diejenigen die an deine Tuer klopfen und um Geld bitten sind meistens die weniger glaubwuerdigen. Natuerlich bedarf es wie immer pastoraler Umsicht, und bei aller Vorsicht darf man nicht das Vertrauen in die Menschen verlieren (ist das Vertrauen weg, kann und soll man nicht mehr in der pastoral und im sozialen Bereich arbeiten), aber doch ist es wahr: die Aermsten, Kraenksten, Verlassensten suchen dich nicht und bitten dich nicht um Geld, sie schaemen sich oder haben schon aufgegeben, in extremen faellen sich zum sterben hingelegt. Daher heist es rausgehen, in die Barrios, in die Aussenviertel, unter die Plastikplanen, um die Hecken herum, auf die Plaza, die Menschnen kennenlernen, ihnen zuhoeren und ihnen irgendwie neue Hoffnung bringen. Das koennen ein neue Matratzen und Babykleidung sein wie fuer Doña Pabla und Benita, eine Arbeitsmoeglichkeit und Ausbildung, oder einfach die Anwesenheit in schwerer Stunde wie bei Aida. Dazu spaeter mehr, zuerst aber zu dem Hauptprojekt: Haeuser fuer alleinerziehnde Muetter und Grossmuetter
Dina inspiziert die Baustelle von Juana Putare
Durch Eure grosszuegigen Spenden konnten wir ohne Sorgen die Arbeiten an Virginias Haus beginnen (das war ja das urspruengliche Anliegen). Aber nicht nur das, auch fuer 2 weitere alleinerziehende Muetter (das Spanische “Madres abandonadas” ist drastischer und passt besser) und ihre Kinder und fuer einer Familie komplett aber ebenso in groesster Not konnten wir die Bauarbeiten beginnen.
Die Familie sind:
àDoña Virginia, abandonada, 5 Kinder
àDoña Dominga, abandonada, insgesamt 18 Leute, davon 5 ihre Kinder (nur ein varon/Bursche) und 12 Enkel
àDoña Juana Putaré, abandonada, 5 Kinder
àDoña Lorenza Luisa und Gatte, 9 Kinder

Fuer Virginia und Juana sind wir gerade in der letzten Etappe der Bauarbeiten, je ein Haus aus Adobe/Lehmziegel mit zwei Zimmern. Fuer Doña Dominga bauen wir ein Haus mit 3 Zimmern, da es ja eigentlich drei Familien sind bzw. drei Alleinerziehende Muetter wobei die eine Mutter eigentlich eine Alleinerziehne Mutter mas (plus) Doppelt alleinerziehende Grossmutter ist. Verwirrend? Boliviansich? Man soll ja nicht urteilen, jedenfalls keien Ausnahme hier. Von den Albañilen, den Maurermeistern haben zwei auch kein Eigenes Haus. Wir haben den Lohn von 50 auf 60 Bolivianos taeglich erhoet, da ja die Lebensmittelpreise in den letzten Monaten eine ziemlich steile Kurve fahren, nach oben.
Doña Juanas aeltere Soehne machen die Hilfsarbeiten auf der Baustelle, fuer die anderen zwei Baustellen zahlen wir einen Ayudante, Helfer. Zum Glueck haben diese drei Familien ihr eigenes Grundstueck, auch wenn sie noch nicht abbezahlt sind. Die Grundststueckspreise steigen sehr rasch, San Ignacio waechst sehr schnell.
Doña Lorenza hat gar nichts, ausser ihren vielen, sehr sympathischen Kindern und ihrem Gatten, der sich in letzter Zeit “zamreist”. Urspruenglich wollten wir (Dina und ich als Mobiles Einsatzteam) ihr einzig ein Grundstueck besorgen. Als wir sie allerdings vor zwei Wochen besuchten wurde uns klar: muessen weg, brauchen eigenes Haus. Bis jetzt lebten sie in zwei Zimmern mit einer Schwester von Lorenza und ihren +/-8 Kindern und noch ein paar Verwandten. Viel streit, kein Ausweg. Bei einer der aelteren Toechter wurde den Tag zuvor Hapatithis prognostiziert, allerdings fehlte Geld fuer Medikamente. Zuerst also 100 Bs fuer die Behandlung, dann ein Blick von mir nach links, von Dina nach rechts, die Blicke treffen sich und….gehandelt muss werden.
Dina hat auch schon eine Idee: “Mira Ruben, hace dos años….schau Rubén, vor zwei Jahren hat sich Doña Nieve (Schnee) in userem Barrio El Bisito del Divino Niño ein Haus gebaut. Es war gerade fertig, da wurde im Monte, im Wald einer von 5 Forsterarbeitern getoet, Nieves Mann war einer der vier Ueberlebenden, also einer der vier Verdaechtigen. Nieve und ihr Mann haben zu Mitternacht an meine Tuer geklopft, ich hab mich ein bsichen geschreckt, dann hab ich ihn angeschaut, und glaub mir, er war es nicht. Aber so verschreckt,…sie sind jetzt irgendwo bei San Jose de Chiquitos, keiner weis wo, die naechsten zwei drei Jahre werden sie nicht zurueckkommen koennen. Zahlen wir alles, was sie fuer das Haus ausgegeben haben an FUC, wenn sie wiederkommen dann geben wir ihnen ein neues Grundstueck. Das Haus steht steht leer, fehlen nur die Tueren, geben wir es Lorenza,”. 8800 Bs gezahlt, 800 Euros, Lorenza abgeholt und zum Haus gebracht. Wir haben ihr das Haus gezeigt und gefragt ob es ihr gefaellt, “Ja, sehr schoen” –“Bueno, dann soll es deines sein”. Eine so grosse Freude hat ein bischen Schock-wirkung, in zukunft werden wir wohl die Leute besser darauf vorbereiten muessen. Sie war wirklich sprachlos. Danke an Euch alle. Den dank nehme hier ich entgegen, aber er ist an euch gerichtet.
Das Material belaeuft sich pro Baustelle auf +/- 2000 Euro, am teuersten ist das Holz (das gewinnbringend exportiert wird und daher auch hier trotz ueberfulss teuer ist), 1000 bis 1200 US$ pro Baustelle. Auch das Baumaterial hat sich sehr verteuert, erstens wegen dem Bauboom in San Ignacio, zweitens wohl wegen der weltweiten Lebensmittel und Erdoelkrise, die sich ja auf fast alles auswirkt ausser unser Seelenheil. Die Rechnungen habe ich alle gesammelt und werde sie sobald mehr Zeit ist auflisten.

Letzte Woche haben wir endlich ein guenstiges Angebot fuer drei Grundstuecke bekommen, besonders fuer die Familie von Juana Ayala brauchen wir unbedingt einen Platz, da sie mit ihren neun Kindern und drei Enkeln ende Juli auf die Strasse gesetzt wird. Zumindest koennten sie sich auf diesem Grundstueck (10 X30 m) eine Holzhuette aufstellen bis wir ihr helfen koennen ein Haus aus Adobe zu bauen. Die Geldmittel reichen derzeit nicht, eines dieser Grundstueck kostet knapp 500 Euro (5400 BS), auch die zwei weiteren Familien brauchen dringend hilfe, Doña Sara und Doña Anna. Fuer weitere Spenden bin ich (im Namen aller denen geholfen werden kann) sehr dankbar!
Kontonummer: 3207222
BLZ: 34400
Raiffeisenb. Ottnan-Wolfsegg BST. Ottnang
Empfaenger: Bruder Andreas Missionsarbeit Bolivien
Kennwort: Hilfe Madres abandonadas


Danke fuer die nicht an die Baustellen zweckgebundenen Spenden. Neben den drei Baustellen und einem fertigen Haus konnten wir durch eure Spenden noch vielen weiteren Familien helfen, besonders in medizinischen Notfaellen konnten wir vielen Familien helfen. Die armen Einwohner San Ignacios gehen nicht zum Artzt, denn schon die Untesuchung kostet mindestens 50 Bs, wenn man 7 Kinder hat und 500Bs im Monat verdient eine gewaltige Summe. Schnittwunden, Ausschlaege, Krankenheiten innere Leiden, mit Natuerheilmitteln und abwarten laest sich einiges loesen, doch oft nicht gut oder… gar nicht. Daher brachten wir kleine Maedchen mit Ausschlaegen zum Doktor (Sarita) , kleine Jungs die in den Stacheldraht gefallen waren zum Naehen (Juanito) , Schwangere Frauen zur Untersuchung (Aida), kranke Abuelos zum aufpaeppeln (Don Pinto). Und ueber jede dieser und vieler weiterer Namen gibt es viel zu erzaehlen. Eine Geschichte beginne ich heute, die fuehrt uns aber gleich zur naechsten und dann soll es naechste Woche weitergehen mit der Rechenschaft wenn es heist: Rubens wirklich wilde Verfolgungsjagd und weitere Abenteuer, heute Aber:

Doña Rosa wird vergessen und wiedergefunden

Erstmals begegneten wir Doña Rosa im Krankenhaus kurz vor Mitternacht. Dina war schon im (eckigen) Kreissaal, hielt Aida die Hand und stand ihr und dem kleinen Ruben, der in einer Stunde auf die Welt kommen sollte bei, mit Gebet, Wort und Tat. Ich wartete vor der Tuer und ging auf und ab, das Jesusgebet im Herzen. Ein bischen nervoes. Aida hatten wir bei einem besuch im Barrio Santa Rosita kennengelernt, hochschwanger und ganz allein. Von ihren 6 Kindern sind 3 (sic!) gestorben, der Vater der Kinder hat Aida geschlagen und endlich verlassen. Man darf niemanden alleine lassen, der deine hilfe braucht, dass habe ich in Bolivien gelernt. Also, zuerst Aida zum Artzt gebracht, sie hatte schlimme Schmerzen, zum Glueck alles in Ordnung, dann versichert: ist es so weit, lass uns rufen, wir bringen dich zum Krankenhaus. Am naechsten Tag war es schon so weit. Aida y bebe Ruben
Allerdings war es schon 22:00 Uhr und ich in Santa Maria del Camino, dort war eine Nachtwache angesetzt bis Mitternacht. Um diese Zeit so weit vor der Stadt ein Mototaxi? Keine Chance, also im laufschritt die drei Kilometer zum Krankenhaus. Dina war schon dort, Aida schon schon fast so weit! Also warten, auf und abgehen und beten vor dem Kreissaal. Eine gut Vierzigjaehrige blickte aus ihrem Zimmer, im Krankenmantel, zersaustes Haar. So beteten wir also gemeinsam den Rosenkranz, Doña Rosa und ich. Um 01:30 brachte Aida ihren Sohn auf die Welt, und nannte ihn Ruben, eine grosse Ehre und Verantwortung fuer mich. Alleine unsere Gegenwart hat ihr so viel Mut und Hoffnung gegeben, dass sie dem Kind meinen Namen gibt. Ueber Aida mehr im naechsten Newsletter. Ruben y Ruben
Doña Rosa habe ich schnell vergessen, zwei Wochen spaeter allerdings trafen wir sie wieder-immer noch im Krankenhaus.
Sie begann zu weinen: Doña Rosas Geschichte: Sie hatte Blinddarm probleme, ihr Ehemann sparte sich alles Geld zusammen und sie wurde operiert, in San Jose de Chiquitos, ohne Narkose. Es gab komplikationen, um Mitternacht fuhren sie los um sie nach San Ignacio zu bringen, vier Stunden im Auto mit offenem Bauch. Fast waere sie gestorben, in San Ignacio Notoperoert ueberlebte sie. Ihr Mann allerdings musste zurueck um Geld aufzutreiben, 2500 Bs fehlten, drei Monatsgehaelter. Und nun kam er nicht mehr zurueck, seit Zwei Wochen war er verschwunden. Doña Rosa, war tief traurig, so weit weg von ihren vielen Kindern, von ihrem Ehemann in einer so schweren Stunde verraten und verlassen. Und Jeden Tag stiegen die Kosten. Bittere Traenen weinte sie.
Helfen mussten wir ihr, 2500 BS sind allerdings eine betraechtliche Summe, also gingen wir zum gefuerchteten, dickwanstigen Dr.XXX (man soll nicht schlecht reden ueber andere Leute). Dina hatte das Kreuz ihres Rosenkranzes fest in der Hand, und wirklich, sein Herz war Doña Rosas Geschichte nicht gewachsen und wurde weich. Fehlten noch 1200 Bs, die durch eure Spenden gezahlt wurden. „Doña Rosa, packen sie ihre Sachen, wir bringen sie zur Flota“-„¿Verdad?.......“ eine kleine Freudentraene in ihrem Augenwinkel. So brachten wir sie zur Flota die sie zu ihren Lieben bringen sollte. Sie war ein wenig gluecklich, allerdings sass er noch tief der schmerz, verlassen nach so vielen Jahren in einer so schlimmen Situation....
Ich spazierte also Heim zum Konvent, etwas beschwingt,....nach wenigen Minuten wurde ich gerufen. Ein kraeftiger, langhaariger Mann schaute mich an: „me dijeron que Usted se llevó mi señora ...sie haben mir gesagt, das sie sich meine Señora mitgenommen haben!...“ Ich war schockiert und geruehrt und konnte nur eines tun, Doña Rosas Mann umarmen, .... Auf dem Weg zur Flota erfuhr ich: „ Zwei Wochen lang habe ich alles Geld zusammengekratz, alle meine Freunde gefragt, meinen arbeitsgeber um einen vorschuss angefleht, hier bin ich um meine liebe Frau zu holen,.... Gerade kam ich im Krankenhaus an und sie sagten mir: Nein, die ist nicht mehr da, zwei von der Parroquia San Francisco haben sie mitgenommen....“ ---„Ja, wir haben sie so verlassen gefunden, und so haben wir die Rechnung bezahlt, der Doktor hat sein Honorar gekuerzt, und....wenn sie etwas zurueckzahlen wollen, dann tun sie es, ich nehme das dann aber als Spende von ihnen....“ . Freudig gab er mir Tausend Bolivianos. Er selbst wurde als Waisenkind in einem von einem Oesterreichischen Franziskaner, Padre Alfredo, gegruendeten Waisenhaus aufgezogen (aehnlich SOS Kinderdorf).
Doña Rosa sass noch im Wartezimmer, redete mit einer anderen Doña, „Doña Rosa, ich habe eine Ueberraschung fuer sie“—„Ja was....“ Da kam er um die Ecke, sie vielen sich in die Arme und kuessten sich. „Ich habe dich so vermisst, ich war so alleine, ich hatte Angst du haettest mich vergessen...“-„niemals vergesse ich dich.....“. Erinnert ihr euch an die TV Show „Verzeih mir“? das war ein „Verzeih mir“ Moment! Wahnsinn. So etwas schoenes habe ich selten erlebt in meinem leben. So eine Freude, so eine Gnade. Wir haben ihr im richtigen Moment geholfen, und ihr Mann ist im richtigen Moment wiedergekommen. Sie haben sich viele Schulden gespart und wir haben einem Dr.XXX die Chance gegeben seine gute Seite zu zeigen. Und mit einer tiefen inneren Freude umarmte ich die beiden und lief los zum Konvent San Francisco, geloest und gluecklich, bereit fuer neue Abenteur. Die Flota nach San Jose de Chiquitos fuhr gen Sonnenuntergang, die Vesperglocke Leutete schon. Panta en Sophia Epoiesas.

Bis zum naechsten mal
Euer Ruben

Donnerstag, 17. Juli 2008

Newsletter 9: Aus Holzhuette mit Plastikplane wird ein Palast, 5. Mai

Liebe Freunde und Bekannte!
Die letzten zwei Tage ware stark, intensive, lustige, schoen, traurige und spannende. Was in den zwei Monaten zuvor passiert ist muss ich wohl ein anderes mal erzaehlen. Diesmal erzaehl ich euch von gestern und vorgestern (29. und 30 Mai) und sende euch einen Artikel, den ich fuer den Franziskanerkalender geschrieben habe.

Zuerst moechte ich mich aber ganz herzlich bei all den groszuegigen Spendern bedanken. VIELEN DANK. Es sind gut 12.000 Dollar gespendet worden. Mit diesem Geld konenn wir nicht nur Doña Virginia und ihren Lieben ein Heim schenken, sondern auch noch drei weiteren Familien. Von einer dieser Familien werde ich euch etwas weiter unten erzaehlen, von Doña Juana Putare.
Zur Zeit sind wir noch auf der Suche nach 4 Grundstuecken, den es gibt noch soviele Familien denen geholfen werden muss. Wir hatten die Grundstuecke schon fast sicher, als die Alcaldia, die Stadtregierung, kurz vor Abschluss bemerkt hat, dass ihnen die Grundstuecke nicht gehoeren.
Diesen Familien werden wir nicht ein Haus bauen koennen, aber sie selbst werden sicheine Huette oder Haeuschen bauen, die ihnen selbst gehoert.
Durch eine grosszuegige spende von 1000 Euro die ich “auch fuer andere Notfaelle” verwenden darf, haben wir auch einigen der Aermsten helfen koennen. Der hochschwangeren Pabla, nicht nur arm sondern auch mit starkenpsychischen Problemen, haben wir zB. zwei Matratzen, Decken, Polster Kleidung fuer sie und ihre Kinder geschenkt. Sie hat zwei Kinder verloren, eines ist verhungert (sie hatte es so lange alleine gelassen), ein anderes ertunken in einem Wasserbehaelter. Die Huette ist die aermlichste, die ich bis jetzt gesehen habe. Zumindest koennen sie jetzt gut schlafen. Wir haben sie entdeckt, als wir William gesucht haben, der als Hilfsarbeiter auf unseren Baustellen helfen wird. Weiter unten werdet ihr von ihm hoeren.
Ich konnte mich bei den meisten Spendern leider nicht persoenlich bedanken, da ich keine email Adresse finden konnte! Bitte schreibt mir, sodass ich euch antworten kann. Im naechsten Newsletter werde ich auch eine erste Abrechnung und schoene Fotos der Bauarbeiten schicken.
Danke, dass ihr es moeglich macht diesen Menschen neue Hoffnung zu schenken.

Wie eine Heldin aus der Vorzeit

Maria Tomicha, Maria Edina und Ruben

Als ich vorgestern Dina um 11:30 nachhause brachte, da dachte ich mir: jetzt koenntest du doch wieder einmal Doña Maria Tomicha und ihre behinderte Tochter Maria Edina besuchen. Aber nein, ich hatte ja meine Gitarre nicht dabei, und Edina will immer singen, ich besuch sie ein anderes mal.
Maria und ihre Toechter waren die ersten in Bolivien, zu denen ich mich innerlich tief verbunden und fuer die ich mich verantwortlich gefuehlt habe. Einer der ersten pastoralen Besuche fuehrte uns in den hintersten Winkel des Barrios San Antonio zu Maria, ihren Toechtern Maria Edina und Karin und ihrem Enkel Claudia, die sie gemeinsam mit ihren Kindern aufgezogen hat. Maria Edina, 23, hat seit Geburt an Epileptische anfaelle und ist geistig und koerperlich ein kleines Kind geblieben. Als ich sie das erste mal besuchte war sie gerade gestuerzt, ihre Stirn hat geblutet und sie hat bitterlich geweint. Wir wollte sie troesten, aber erst als ich auf der Geige zu spielen begann verwandelte sich ihr grosses weinen in ein kleines laecheln. La Cucaracha gefiel ihr schon, bei Stille Nacht begann sie “Noche de Paz” zu singen und war gluecklich. Sie tut sich schwer beim reden, aber die Lieder kennt sie fast alle ausewendig aus dem Radio Juan XXIII. Als Maria Edina beruhigt war, begannen wir mit der Mutter zu reden. Seit acht Jahre schon war sie schwer krank, vor allem mit dem Herz hatte sie Probleme, einen grossen Tumor glaube ich neben dem Herzen. 53 Jahre alt, sehr duenn, und schwach, aber schoene Augen, tiefe Augen und viel Guete in ihrer ganzen Ausstrahlung. Von da an begann ich die Familie regelmaessig zu besuchen, mit Edina zu singen, einen Café zu trinken mit ihre Mutter und mit Karin, zu reden, beten und auch materielle etwas zu helfen. Maria Edina bat mich auch immer um kleine Geschenke, einen Weihnachtsstern wollte sie unbedingt, und er machte ihr dann grosse Freude . Manchmal waren auch die Brueder da. Maria hat 4 Kinder aus einer ersten Beziehung, auch der Vater von Edina und Karin hatte schon 4 Kinder. Als sie sich kennenlernten war er schon an die 40, sie ein bischen ueber zwanzig. Ein alter Mann ist er nun mit 73 Jahren. Nicht gross, duenn, recht dunkel und ein sehr interessantes Gesicht mit grossen dunklen Flecken. Er arbeitet noch immer weit weg von zuhause, kommt alle paar Wochen nach Hause.
Ich fuhr also zurueck in den Konvent, nach der Sext und Mittagessen machte ich eine halbe Stunde Siesta in der Haengematte, die ich mir in meinem Zimmer aufgespannt habe. Als ich aufwachte wollte ich meine Gitarre einpacken fuer die Besuch diesen Nachmittag in den Barrios. Doch zum ersten mal in den sieben Monaten die ich hier bin war eine Seite gerissen. Doña Maria und Edina waren dier ersten gewesen, mit denen ich gespielt und gesungen hatte.
Dina kam mir entgegen breitet ihre arme aus und sagte mir: Heute um halb zwoelf ist Maria Tomicha gestorben
Begraebniss von Maria Tomicha, im Lila Pullover Maria Edina


Von Doña Maria habe ich viel gelernt, besonders ueber den Glauben, Mut, Hoffnung, Treue und Verantwortung. Sie hat mir einmal gesagt: “Es gibt nur einen Grund dafuer dass ich noch lebe, Maria Edina braucht noch. Ich muss mich um sie kuemmern, wer kuemmert sich denn sonst um sie…”. Und sie, ein Frau gepraegt von Krankheit und Schwachheit, Armut (Die grosse Madre Angela, eine Halleiner Schulschwester, hat ihnen ein gutes Haus gebaut, vorher lebten sie unter einer Plastikplane) und Leid, sie stand so fest im Glauben und der Hoffnung.
Einige Stunden vor ihrem Hinscheiden vorgestern dem 29.April umd 11:30, ·”stand sie unter grossen schmerzen auf, kniete sich auf den nachkten Boden und neigte tief ihr Haupt. Sie hat um Vergebung gebetet, und hat um Verzeihung ihrer Suenden gebittet. Ich hab sie dann aufgehoben, sie konnte kaum noch liegen. Sie hat mir gesagt: kuemmere dich um Edina, hab Geduld mit ihr, kuemmere dich um deine kleine Schwester Karin und um Claudia. Du musst immer viel Geduld mit ihnen haben. Dann hat sie nach ihren anderen Soehnen gefragt die noch in Santa Cruz waren, in ihren letzten Worten bat sie darum, ihre Soehne noch einmal zu sehen.” erzaehlte mir ihre aelteste Tochter. Ihr letzten Gedanken galten Gott und ihrer Familie.
Am selben Abend war ich bis um 2 Uhr frueh bei der Totenwache. Mir war, als wuerde sie laecheln. Wie auf einem Heiligen Bild lag sie da, die Haende gefalten, das Bett mit Blumen und Kerzen umkraenzt, ueber dem Bett ein Grosses schwarzes Tuch und ein grosser alter Rosenkranz mit einem schoenen Kruzifix. Ein tapferer Mensch hat sein Ziel erreicht. Padre Jesus: “Así mueren los justos”, so sterben die Gerechten.

Lustige Totenwache

Im uebrigen sind die Totenwachen in Bolivien viel lustiger als die Feiern. Eine bolivianische feier ist naemlich das aetzend-moeglichste. Die Leute sitzen in einem grossen Sesselkrei und warten darauf, dass irgendwas passiert. Meistens, dass etwas zu essen serviert wird. Eine Feier gilt dann als gelungen, wenn nichts geredet werden kann weil die Musikanlage so laut mittelmaessige(wenn man Glueck hat) Musik spielt. Manchmal betrinken sich die Leute stark, dann ist es fuer diejenigen selbst ein bischen lustiger. Bei einer Totenwache allerdings, da ist es klass. Gestern waren zwei gute Gitaristen da und haben stundenlang gespielt und gesungen, die anderen sind zusammengesessen und haben geredet, Geschichten erzaehlt, was getrunken. Das war bis jetzt der geseligste Abend, den ich in Bolivien verbracht habe. Und der Mittelpunkt war die Verstorbene, die dalag wie eine Heldin aus der Vorzeit im daemrigen Kerzenlicht, bei einem starken Sur, einem Wind von der unerforschten Antarktis kommend.

Geteiltes B(r)ett ist halb so hart

Am naechsten Tag, nach dem Begraebniss von Doña Maria, war ich bereit fuer ein weiteres Abenteur. Ich habe ja schon einiges gesehen und viele arme Familien besucht. Aber wie ist es wirklich in einer kleinen Holzhuette mit blauer Plastikplane ueberdeckt, zusammen mit 10 anderen zu schlafen? “Dina, ich moechte so gerne einmal bei den Menschen in ihren Huetten schlafen, wenn ich das nicht kennenlerne, dann weis ich ja nie wie es ihnen wirklich geht und werde sie nie verstehen koennen.”-“Dann machen wir es einfach, besuchen wir am Abend ein paar Familien, und dann wenn es schon spaet ist bitten wir um Herberge (“Posada”, das ist das Wort fuer die Herbergssuche von Jose und Maria)”. Sprachs und schon waren wir des Nachts unterwegs, Dina mit Haube und Poncho, weil der Sur so kalte Luft gebracht hatte. Zuerst besuchten wir Goldi und ihre Familie, gute Freunde und tapfere mitstreiter fuer Familias Unidas con Cristo. In drei Betten verteilt Goldi und ihre 7 Kinder. Wenn es kalt ist, legen sich die Leute bald zum schlafen nieder. Schoen gemuetlich wars in Goldis Adobehutte, von den vielen Kindern gut aufgewaermt. Hier lies sichs ganz gut schlafen, dachte ich mir.
Doch noch war unser Ziel nicht erreicht.

Juanito und Ruben teilen sich Schlafgelegenheit


in der frueh kommt die kleine Andrea dazu

Das hintereste Haus in San Antonio war unsere Destination, 22 Uhr war es schon.Die Holzhuette mit Plastikplanendach von Juana Putare, sie selbst wusste noch nichts davon. Strom und Wasser gibts dort noch nicht, die Huette selbst unter Tags schoen lichtdurchflutet, aber nicht etwa wegen vieler schoener Fenster, Nein, die grossen Ritzen und Loecher in den alten Holzplanken sorgen fuer die Beleuchtung. Vor fuenf Jahren hat sich Juana endlich getrennt von dem Vater ihrer Acht Kinder, nachdem er sie Jahre lang misshandelt hatte und mehr und mehr dem Alkohol verfiel. Sechs Kinder leben noch mit ihr. Bett und Matraze haben sie nur eines, dort schlaeft Juana mit zwei, manchmal drei Kindern, die anderen schlafen auf einem mit Karton ueberdeckten Brett, von Ziegelsteinen ein bischen erhoeht. Stockdunkel, nicht eine Kerze. “Doña Juana” rief die liebe Dina, und nach kurzer Stille begann es sich ein bischen zu regen in der Huette.
und schliesslich noch Goldis Zwillinge

Goldis Zwillinge besuchen uns und bestaunen Gringo

Wir baten um Herberge und sie wurde uns gewaehrt. Eine kleine Kerze wurde angezuendet, und wir setzten uns in die gut durchlueftete Huette. Die Kinder wachten gar nicht auf. So redeten wir eine halbe Stunde, dann kam Jorge, 16 Jahre, heim von seiner Arbeit als Kleinebrotlaibchenformer. Dina war schon muede, und so begleitete er sie nach hause.
San Antonia kann recht gefaehrlich sein in der Nacht. Letzte Woche haben sie Dina einmal des Nachts gerufen, weil eine Gruppe junger halbstarker Burschen ein voellig betrunkenes Maedchen aus dem Campo vergewaltigten. Als sie ankame mit ihrem Mann Carlos, hatten einige Frauen mit schweren Holzpfosten die halbstarken schon vertrieben…nur um dann mit einer Gefaengnissstrafe bedroht zu werden, weil sie ja Gewalt anwendeten. Das ist bolivianische Justiz.
Im Nebenbett ist Rosa Maria aufgewacht
So war ich nun alleine mit Juana und ihren 5 schlafenden Kindern, wir redeten noch laenger. Denn selben Tag haben die Arbeiten am Fundament des Hauses begonnen, dass wir ihr mit euren Spenden bauen koennen. “Die Kinder sind so froehlich und gluecklich, besonders die groesseren machen sich schon nicht mehr soviele Sorgen, weil wir jetzt bald ein richtiges Haus haben” sagte sie mir. Dann schlief ich ruhig in meinem Kapuzensweater und einer Fleecejacke, in einem kleinen Schlafsack unter einem als Moskitonetz auf gespannten Leintuch ein. Mein B(r)ett teilte ich mir Juanito, 10.
Schoen war es die Kinder atmen zu hoeren, Wind ging keiner mehr, dafuer hoerte man ein paar Tiere aus dem Monte (Wald). Viele Jahre habe ich mir mein Zimmer mit meinem grossen Bruder geteilt, jetzt spuerte ich erst wie sehr ich dass vermisse, was fuer eine Geborgenheit und Sicherheit einem die naehe guter Menschen gibt. Ich hatte gedacht, ich wuerde leiden diese Nacht, kaelte und haerte und bittere Armut. Aber so gut geschlafen habe ich lange nicht. Die Armut will ich nicht runterspielen, dafuer hat sich fuer mich unser “Konfort” relativier, der vielen Menschen nichts als Einsamkeit bringt.



Am naechsten Morgen wurde ich geweckt, als sich die kleine Andrea zu uns unter das aufgespannte Leintuch legte, sie schmiegte sich an ihren ein bischen aelteren Bruder, dann kamen die kleinen Zwillinge von Goldi. Jeden morgen um sechs sind sie schon da um mit den anderen Kindern zu spielen. Was fuer aufgeweckte Kinder, ohne Angst, mit viel Freiheit. Juana musste zur Arbeit. Ich und die Kinder sprachen ein Morgengebet und dann sangen wir viele Lieder, spielten Murmeln, suchten die richtigen Pflanzen um einen neuen Besen zu machen, schossen mit der Steinschleuder auf unbewegliche Ziele, obwohl sie mit ihren Fertigkeiten auch Libellen traefen. Dann war das Fruehstueck fertig, Tee, Milch, Brot und Kuerbis. Ich war gluecklich.
Eines merke ich immer deutlicher: Man bekommt viel mehr zurueck als man geben kann. Man bringt ein kleines Opfer und bekommt dafuer fuer einen Moment grosses inneres Glueck geschenkt. Fuer diese Nacht und diesen Morgen bin ich sehr dankbar.