Wer oder was aber ist dieser Jichi?
Das erste mal hab ich davon gehoert, wie ich mit den Ministranten unterwegs war zur anderen Seite der Represa (der alte Stausee bei San Ignacio) zum Cristo Redentor, einer gorssen Christusstatue. Ich hab einen sehr eingeaenglichen Pfiff gehoert, ich mag die Voegel ja sehr gerne, sie waren auch der Auloeser meines Biologiestudiums, und so hab ich dem vermeintlichen Vogel auch pfeifend geantwortet. “Noooooo (Nein), man darf auf so einem Pfiff nie antworten, das ist der Jichi, der kommt dann imme naeher wenn du pfeifst, und dann nimmt er dich mit, der ist wie ein grosser Vogel und traegt dich weit in den Wald”. “Aha” sagte ich ganz knapp und pfiff ein wenig verwundert weiter “Komm doch du grosser Vogel und nimm mich mit” rief ich dem Vogel mit geschwungener Faust zu. Solche Geschichten darf man ja nicht enst nehmen sagte ich mir, die muss man furchtlos entkraeftigen.
Ein wenig spaeter, am Ufer der Represa (sie fuehrte gerade Hochwasser, wir haben uns im Abfluss gebadet, dass war sehr lustig) sagten sie wieder. “Einen hat sich der Jichi schon geholt”, waerend der Karneval Tage ist ein junger Mann beim Fischen in der Nacht ertrunken, er war wohl sehr betrunken, “und gestern hat ihn auch ein anderer Fischer an seinen Beinen gespuert, er ist aber gerade noch weggekommen”. Wer denn dieser Jichi sei fragte ich “Der ist halb Mensch, halb Wasserschlange”.
In die Hoehle am anderen Ufer haben sich die Kinder auch fast nicht getraut wegen dem Jichi.
Auch am Cerro, dem Hochsten Huegel gibt es den Jichi, und jetzt verstehe ich auch, warum die Ministranten vor ein paar Monaten so viel Angst hatten, als sie den Wind pfeifen hoerten in der Kapelle Santa Maria del Camino (siehe Newsletter 5). Am Cerro ist naemlich der Condenado. Die Leute waren gerade dabei den verstorbenen Messner zu begraben, da ist ein starker Wind gekommen, und sein Leichnam hat sich aufgerichtet. Da haben sie ihn zum Cerro getragen, und dort haben sie ihn angekettet. Seitdem haben die Leute Angst vor dem Cerro, vor dem Condenado.
Pastorale Abenteur in Bolivien- Rupertusblatt Artikel
Eine Gute Zusammenfassung unserer Arbeit in Bolivien in der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt: Pastorale Abenteur in Bolivien: Wie soll ich mein Kind gut ernähren
Donnerstag, 6. März 2008
VI.Die Heidenangst
Das ist Aberglaube. Aber Angst haben die Leute wirklich, und die muss man ernst nehmen.Und drum ist es wichtge ueber diese Aengste und Ereignisse nachzuenken.
Denn gerade diese Angst zu bekaempfen hat uns Christus gelehrt und aufgetragen. “Fuerchtet euch nicht”, dieser Befehl zieht sich durch alle 4 Evangelien. Und den Aposteln gab Christus “die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen”. (Lucas 9,1) Und er sagt uns: ja, was Jesaja schreibt stimmt, und es ist jetzt in Erfuellung gegangen, denn ich bin gekommen “damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde “ (Lucas 4, 17-21). Und Menschen die in solcher Angst Leben sind wirklich Gefangene.
Diese Angst laehmt. Die einzelnen Menschen, Doerfer, ja ganze Kulturen und Laender.
Ein Heidenspass ist es wirklich nicht, in wirklichkeit ist es eine Heidenangst
Am besten spuerbar aber war fuer mich diese Angst in einer Biographie von “Shaka Zulu”, der in der zweiten haelfte des 19 Jahrhunderts grosse Teile Suedafrikas gewaltsam einte. Ein Schritt dazu war es, die Hexer zu entzaubern. Ihre Herrschaft war wahrer Psychoterror, die Menschen waren ihnen voellig ausgeliefert. Gab es irgendein Problem, musste sich das ganze Dorf versammeln, die Hexer tanzten dann Stundenlang und hatten so ihre Methoden um den Schuldigen zu finden, starrten den zitternden Menschen in die Augen, kreischten, etc (als vergleich vielleicht: Elias besiegt die Baalspriester 1 Koenige 18), um dann die auszuwahlen, die ihnen im weg standen. Die wurden dann mit Knueppel erschlagen.Beklemmend stimmung.
Die Herrschaft Shaka Zulus war dann wenigstens ein menschlicher Terror und ein wenig komisch noch dazu. So hat er sich jeden Tag oeffentlich gewaschen. Alle Untertanen mussten sich versammeln und seine Maennlichkeit bestaunen. Die Maennlichkeit, die ein Jahrzehnt zuvor noch als vertrocknter Regenwurm verspottet wurde. Als seine Mutter Nande, die er so sehr liebte, starb, da lies er zehn Tausende toeten, die nicht genugt weinten (so wenig zaehlte ein Mensch, Sinnlos werden sie hingemetzelt, viel unterschied zu den vielen Sinnlosen Kriegen aller Zeiten gibt es da wohl aber nicht, und da kommt einer und sagt uns: “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (nicht) getan habt, das habt ihr mir (nicht)getan.” Mat 25,40.45)
Im Radio habe ich einmal eine Sendung gehoert in dem ein Autor sein Buch vorstellte. Es ging um die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Der Kern war: Was viele Laender Afrikas von einer guten wirtschafltichen Entwicklung abhaelt ist der Hexenglaube, ist die Angst vor Verwuenschung und Fluch. Wenn einer Erfolg hat, kommen gleich die ganzen Angehoerigen, und drohen den erfolrgreichen zu verwuenschen, wenn er nicht gleich alles teilt. Durch diese Angst bleiben die Unternehmen im Anfangsstadium stecken.
Denn gerade diese Angst zu bekaempfen hat uns Christus gelehrt und aufgetragen. “Fuerchtet euch nicht”, dieser Befehl zieht sich durch alle 4 Evangelien. Und den Aposteln gab Christus “die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen”. (Lucas 9,1) Und er sagt uns: ja, was Jesaja schreibt stimmt, und es ist jetzt in Erfuellung gegangen, denn ich bin gekommen “damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde “ (Lucas 4, 17-21). Und Menschen die in solcher Angst Leben sind wirklich Gefangene.
Diese Angst laehmt. Die einzelnen Menschen, Doerfer, ja ganze Kulturen und Laender.
Ein Heidenspass ist es wirklich nicht, in wirklichkeit ist es eine Heidenangst
Am besten spuerbar aber war fuer mich diese Angst in einer Biographie von “Shaka Zulu”, der in der zweiten haelfte des 19 Jahrhunderts grosse Teile Suedafrikas gewaltsam einte. Ein Schritt dazu war es, die Hexer zu entzaubern. Ihre Herrschaft war wahrer Psychoterror, die Menschen waren ihnen voellig ausgeliefert. Gab es irgendein Problem, musste sich das ganze Dorf versammeln, die Hexer tanzten dann Stundenlang und hatten so ihre Methoden um den Schuldigen zu finden, starrten den zitternden Menschen in die Augen, kreischten, etc (als vergleich vielleicht: Elias besiegt die Baalspriester 1 Koenige 18), um dann die auszuwahlen, die ihnen im weg standen. Die wurden dann mit Knueppel erschlagen.Beklemmend stimmung.
Die Herrschaft Shaka Zulus war dann wenigstens ein menschlicher Terror und ein wenig komisch noch dazu. So hat er sich jeden Tag oeffentlich gewaschen. Alle Untertanen mussten sich versammeln und seine Maennlichkeit bestaunen. Die Maennlichkeit, die ein Jahrzehnt zuvor noch als vertrocknter Regenwurm verspottet wurde. Als seine Mutter Nande, die er so sehr liebte, starb, da lies er zehn Tausende toeten, die nicht genugt weinten (so wenig zaehlte ein Mensch, Sinnlos werden sie hingemetzelt, viel unterschied zu den vielen Sinnlosen Kriegen aller Zeiten gibt es da wohl aber nicht, und da kommt einer und sagt uns: “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (nicht) getan habt, das habt ihr mir (nicht)getan.” Mat 25,40.45)
Im Radio habe ich einmal eine Sendung gehoert in dem ein Autor sein Buch vorstellte. Es ging um die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Der Kern war: Was viele Laender Afrikas von einer guten wirtschafltichen Entwicklung abhaelt ist der Hexenglaube, ist die Angst vor Verwuenschung und Fluch. Wenn einer Erfolg hat, kommen gleich die ganzen Angehoerigen, und drohen den erfolrgreichen zu verwuenschen, wenn er nicht gleich alles teilt. Durch diese Angst bleiben die Unternehmen im Anfangsstadium stecken.
VII.Moñsenor Massaia besiegt den Aberglauben
Die Menschen haben Angst, diese Angst laehmt und fuehrt zu Gewalt. Vor wenigen Jahren haben sie in einem unserer Nachbardoerfer einen Mann verbrannt. Er war Schuld an all dem Unglueck, dass dieses Dorf getroffen hatte, war er doch ein Hexer. So wurde ein Fest zum Anlass genommen um die Dorfbewohner aus dem Dorf zu locken. Nur der Dorfrat blieb zurueck, umzingelte das Haus des Hexers und….”Wenn ihre den Spuck loswerden wollt, dann muesst ihr mich aber verbrennen” soll er gesagt haben, und so ist es dann auch passiert.
Gerade heute frueh habe ich von dem grossen Afrikamisionar Guglielmo Massaia gelesen, der im 19 Jhd. Suedaethiopien missionierte. Er brauchte 6 Jahre um ueberhaupt zu der ihm anverrauten Diozese zu gelangen, so gespalten war das Land durch vielerlei Buergerkriege und Thronkampfe.
Einen Hexenmeister, der einen ganzen Landstrich beherrschte und tyrannisierte und den die Leute den Humduna-Drendau “Allmaechtigen” nannten, entzauberte er ganz einfach indem er ihn, als dieser anzueglich und gar handgreiflich wurde, einen “Kraeftigen Kinnhaken” verpasste, der den Hexer in hohem Boden in die Menge warf.
Als der Kapuzinerbischof dann nicht vom Erdboden verschlungen oder vom Blitz getroffen wurde, war es vorbei mit dem Terror und die Menschen waren bereit, das befreiende Evanglium zu hoeren und sich auf die Taufe vorzubereiten. Ein 44 jaheriger Bischof schlaegt einen Hexer und mit ihm den Aberglauben KO. Mit dem Psalmisten muss man da ausrufen “Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.” (Psalm 144,1) .
(Nachzulesen in “Rosalinda Filosa, In Gunst und Zorn des Negus, Guglielmo Massaia, Bahnbrecher im aethiopischen Sueden, Serie: Missionare, die Geschichte Machten, Gemeinschaftsproduktion der Verlage : Verlag St. Gabriel, Moedling und Steyler Verlag, St. Augustin, 1979”, die ganze Serie ist sehr Lesenswert und ungemein Spannend, allerdings wohl nur mehr antiquarisch erhaeltlich)
Gerade heute frueh habe ich von dem grossen Afrikamisionar Guglielmo Massaia gelesen, der im 19 Jhd. Suedaethiopien missionierte. Er brauchte 6 Jahre um ueberhaupt zu der ihm anverrauten Diozese zu gelangen, so gespalten war das Land durch vielerlei Buergerkriege und Thronkampfe.
Einen Hexenmeister, der einen ganzen Landstrich beherrschte und tyrannisierte und den die Leute den Humduna-Drendau “Allmaechtigen” nannten, entzauberte er ganz einfach indem er ihn, als dieser anzueglich und gar handgreiflich wurde, einen “Kraeftigen Kinnhaken” verpasste, der den Hexer in hohem Boden in die Menge warf.
Als der Kapuzinerbischof dann nicht vom Erdboden verschlungen oder vom Blitz getroffen wurde, war es vorbei mit dem Terror und die Menschen waren bereit, das befreiende Evanglium zu hoeren und sich auf die Taufe vorzubereiten. Ein 44 jaheriger Bischof schlaegt einen Hexer und mit ihm den Aberglauben KO. Mit dem Psalmisten muss man da ausrufen “Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.” (Psalm 144,1) .
(Nachzulesen in “Rosalinda Filosa, In Gunst und Zorn des Negus, Guglielmo Massaia, Bahnbrecher im aethiopischen Sueden, Serie: Missionare, die Geschichte Machten, Gemeinschaftsproduktion der Verlage : Verlag St. Gabriel, Moedling und Steyler Verlag, St. Augustin, 1979”, die ganze Serie ist sehr Lesenswert und ungemein Spannend, allerdings wohl nur mehr antiquarisch erhaeltlich)
VIII:Von San Antonio…
Fuer mich wird eines klar, man kann die Angst und den Aberglauben nicht wegreden, schoene vernnuenftige Worte und Argumente richten nichts aus. Man muss den Abeglauben bekaempfen, und zwar mit Worten, mit “wirkmaechtigen” Worten und mit Tat, ja sogar mit der Faust.
So wird auch vom Vater aller Moenche, dem Heiligen Antonius erzaehlt, dass er sich als er seinen Ruf zum Einsiedler hoerte, zuerst in eine Grabhoehle zurueckzog. er ging hinaus in die Wueste, die schon quasi als Unterwelt galt und die niemand betreten wollte, und schloss sich in eine Grabhoehle ein. Das zog die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Zu hunderten kamen sie, und beobachteten durch die kleinen Fensterschlitze, wie der Heilige dann mit den Schrecklichsten Daemonen kaempfte, und (so schreibt Zander in seinem meisterhaften Werk “Als Religion noch nicht langweilig war”, unbedingt lesen!!!) diese Daemonen waren die alten Aegyptischen Daemonen, vor denen die Menschen so Angst hatten. Und er kaempfte und kaempfte, bis er bemerkte: die Daemonen tun ja nur so wie als ob sie gefaehrlich waeren. Die tun so als waeren sie ein Loewe der mich verschlingt, oder eine Bestie die mich zereisst, eine Schlange, eine Maechtiger Aar etc. Warum verstellen sie sich? Weil sie selbst so schaebig sind, so wirkungslos, sie muessen sich verstellen um uns Angst zu machen, da lachte er sie aus (ahnlich hat das auch Luther erkannt, der sagt, wenn ich mich denn recht entsinne, “ueber den Teufel muss man lachen wenn er kommt, dann kann er nichts tun”, kennt jemand das Zitat wies es wirklich ist, schreibt es mir ), und so hatte er sie besiegt.
Und er ging noch weiter hinaus in die Wueste, den Ort vor dem die Mesnchen so Angst hatten, und machte die Wueste zu einem Gnadenort, der bis heute unseren Glauben und unsere Welt praegt. Durch seinen stellvertretenden Kampf mit den Daemonen hat er die Aegypter befreit.
Und das bringt mich wieder zurueck nach Bolivien, eineinhalb Dutzend Jahrhunderte Spaeter. Zu Padre Andres und den Comunidades 16. Agosto (sprich”di-es-i-se-is de Agosto) und San Antonito, genauer, dem Huegel zwischen diesen beiden Gemeinschaften.
So wird auch vom Vater aller Moenche, dem Heiligen Antonius erzaehlt, dass er sich als er seinen Ruf zum Einsiedler hoerte, zuerst in eine Grabhoehle zurueckzog. er ging hinaus in die Wueste, die schon quasi als Unterwelt galt und die niemand betreten wollte, und schloss sich in eine Grabhoehle ein. Das zog die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Zu hunderten kamen sie, und beobachteten durch die kleinen Fensterschlitze, wie der Heilige dann mit den Schrecklichsten Daemonen kaempfte, und (so schreibt Zander in seinem meisterhaften Werk “Als Religion noch nicht langweilig war”, unbedingt lesen!!!) diese Daemonen waren die alten Aegyptischen Daemonen, vor denen die Menschen so Angst hatten. Und er kaempfte und kaempfte, bis er bemerkte: die Daemonen tun ja nur so wie als ob sie gefaehrlich waeren. Die tun so als waeren sie ein Loewe der mich verschlingt, oder eine Bestie die mich zereisst, eine Schlange, eine Maechtiger Aar etc. Warum verstellen sie sich? Weil sie selbst so schaebig sind, so wirkungslos, sie muessen sich verstellen um uns Angst zu machen, da lachte er sie aus (ahnlich hat das auch Luther erkannt, der sagt, wenn ich mich denn recht entsinne, “ueber den Teufel muss man lachen wenn er kommt, dann kann er nichts tun”, kennt jemand das Zitat wies es wirklich ist, schreibt es mir ), und so hatte er sie besiegt.
Und er ging noch weiter hinaus in die Wueste, den Ort vor dem die Mesnchen so Angst hatten, und machte die Wueste zu einem Gnadenort, der bis heute unseren Glauben und unsere Welt praegt. Durch seinen stellvertretenden Kampf mit den Daemonen hat er die Aegypter befreit.
Und das bringt mich wieder zurueck nach Bolivien, eineinhalb Dutzend Jahrhunderte Spaeter. Zu Padre Andres und den Comunidades 16. Agosto (sprich”di-es-i-se-is de Agosto) und San Antonito, genauer, dem Huegel zwischen diesen beiden Gemeinschaften.
IX)….zu San Antonito:Padre Andrés besiegt den Jichi des Cerro
Denn, wie alle wissen die Andrés kennen, Andrés liebt das Bergsteigen. Nur sind die Berge sehr selten im Boliviansichen Tiefland. Einen der hoechsten liegt zwischen den Comunidades 16. Agosto und San Antonito. “Denn wuerd ich gern mal besteigen” sagte Andrés, “von da oben hat man sicher eine gute Aussicht, ¿wer war da schon mal oben?” ---“Da war noch niemand oben, da oben ist naemlich der Jichi”---und doch, da findet sich einer der schon mal oben war---“Ich war einmal auf der Jagd, da bin ich immer weiter rauf auf den Cerro, und, und…mir graust, wenn ich nur daran denke…da oben, da…da war ein Grab”. Keiner wagt noch zu sprechen. Doch, so ein kleiner Berg, 150 Hoehenmeter rauf, darf man den unbestiegen lassen? “Nein” sprachs und schon war ein Entschluss gefasst.
Andres kaempfte sich durch das Gestruepp, aber ein Durchkommen, daran war nicht zu denken. Aber sein Plan nimmt konkretere Formen an: Dieser Berg wird ein Kalvarienberg, hier braucht es einen Kreuzweg. Und wirklich, Andres schafft es die Zwei Gemeinen zu motivieren, und bald darauf, 16. Feber 2008, wird noch im Morgengrauen der Berg von den ganzen gemeinden Bestiegen, in einer Schneise, die sie gemeinsam ausgehackt haben.
Auffaelig, wie oft um Segen gebeten wird, die Menschen haben also schon noch ein wenig Angst. Aber sie waren schon einmal oben am Cerro, ein grosses Kreuz werden sie errichten, und die Angst wird so auch vergehen.
und nun zurueck nach Candelaria
Andres kaempfte sich durch das Gestruepp, aber ein Durchkommen, daran war nicht zu denken. Aber sein Plan nimmt konkretere Formen an: Dieser Berg wird ein Kalvarienberg, hier braucht es einen Kreuzweg. Und wirklich, Andres schafft es die Zwei Gemeinen zu motivieren, und bald darauf, 16. Feber 2008, wird noch im Morgengrauen der Berg von den ganzen gemeinden Bestiegen, in einer Schneise, die sie gemeinsam ausgehackt haben.
Auffaelig, wie oft um Segen gebeten wird, die Menschen haben also schon noch ein wenig Angst. Aber sie waren schon einmal oben am Cerro, ein grosses Kreuz werden sie errichten, und die Angst wird so auch vergehen.
und nun zurueck nach Candelaria
X.Candelaria Versoehnt sich
Die Situation in Candelaria war da doch etwas anders. Ein Mensch stirbt ploetzlich und laesst so vieles zurueck. Nicht nur sein Habe und seine Angehoerigen, auch viele ungeloeste Probleme, verhaertete Beziehungen, Schuldgefuehle. Ich verstehe es so: Dieser “Geist” war nicht wirklich in einem materiellem Sinn, da war sicher keiner, der herumgeschwebt ist. Aber doch: die Erscheinung est auch keine Luege oder eine Ausgedachte Geschichte oder eine Wahnvorstellung. All die noch nicht geloesten, oder besser, noch nicht erloesten Beziehungen und Gefuele, die diese so jung und plotzlich aus dem Leben gerissene Frau zurueck gelassen hat, haben sich manifestiert in den Erscheinungen der beiden Nichten. Es war klar spuerbar, was hier fehlt, ist Versoehnung,
Abelino, selbst sehr vertraut mit solchen Situationen, (“wenn in Urubicha wer stirbt traut sich ein Paar Tage keiner auf die Strasse und die Angehoerigen verlassen fue laengere Zeit das Haus. Wie mein Bruder in einem “Unfall” [es duerfte ein Mord gewesen sein] gestorben ist, hab ich dann alleine in meinem Elternhaus geschlafen, um ihnen die Furcht zu nehmen”) wusste was zu tun war und sprach:
“Betet, und dann geht beichten”. Nicht umsonst ist die Beichte das Sakrament der Versoehnung. Und wirklich. Waehrend wir lange beteten und eine lange Passage aus dem Evangelium lasen, bildete sich vor der Sakristei eine lange Schlange. Soviele wollten, nein, mussten beichten.
Und dann segneten wir die Dorfbewohner. Mit Weihwasser und Weihrauch. Die Angehoerigen wurden gestaerkt durch die Eucharistie. Dem jungen Witwer gab Abelino ein schones Kreuz aus Olivenholz, dass er aus Jerusalem mitgebrach hatte (es her zu schenken war fuer Abelino sicher ein Opfer) und allen Anwesenden gaben wir ein wenig Erde aus dem heiligen Land in die Handflaeche. Dann segneten wir noch die Haeuser der Familie.
Sicher, dass sind viele Symbole, aber auch mehr als Symbole. Das sind Worte und Zeichen die wirklich wirken und befreien. Als wir uns wieder aufmachten, war die Stimmung schon viel weniger gedrueckt, und in den drei Tagen seit unserem Besuch ist Candelaria wieder Angstfrei, sonst haetten sie uns wieder gerufen. Ich war die ganze Zeit viel ruhiger als ich es erwartet habe, Abelino war da ein gutes Vorbild. Wir durften keine Angst haben, denn wir waren ja gekommen, um die Leute von der Angst zu befreien und ihnen eine Versoehnung zu ermoeglichen.
“Fuerchtet euch nicht”
Ich muss mein Visum wieder erneuern. Am Freitag fahre ich nach Puerto Suarez und mach dann einen kleinen Abstecher nach Corumba, Brasilien. In Puerto Suarez bleib ich im Franziskanerkonvent, sicher werde ich auch einen laengeren Ausflug in den Pantanal machen, so sehe ich dieses riesige Feuchtgebiet noch bevor die Trans-Pantanal Autobahn gebaut wird und den Wasserhaushalt durch einander bringt.
So verbleibe ich in Freundschaft und sende meine Segenswuensche
Euer Ruben
Abelino, selbst sehr vertraut mit solchen Situationen, (“wenn in Urubicha wer stirbt traut sich ein Paar Tage keiner auf die Strasse und die Angehoerigen verlassen fue laengere Zeit das Haus. Wie mein Bruder in einem “Unfall” [es duerfte ein Mord gewesen sein] gestorben ist, hab ich dann alleine in meinem Elternhaus geschlafen, um ihnen die Furcht zu nehmen”) wusste was zu tun war und sprach:
“Betet, und dann geht beichten”. Nicht umsonst ist die Beichte das Sakrament der Versoehnung. Und wirklich. Waehrend wir lange beteten und eine lange Passage aus dem Evangelium lasen, bildete sich vor der Sakristei eine lange Schlange. Soviele wollten, nein, mussten beichten.
Und dann segneten wir die Dorfbewohner. Mit Weihwasser und Weihrauch. Die Angehoerigen wurden gestaerkt durch die Eucharistie. Dem jungen Witwer gab Abelino ein schones Kreuz aus Olivenholz, dass er aus Jerusalem mitgebrach hatte (es her zu schenken war fuer Abelino sicher ein Opfer) und allen Anwesenden gaben wir ein wenig Erde aus dem heiligen Land in die Handflaeche. Dann segneten wir noch die Haeuser der Familie.
Sicher, dass sind viele Symbole, aber auch mehr als Symbole. Das sind Worte und Zeichen die wirklich wirken und befreien. Als wir uns wieder aufmachten, war die Stimmung schon viel weniger gedrueckt, und in den drei Tagen seit unserem Besuch ist Candelaria wieder Angstfrei, sonst haetten sie uns wieder gerufen. Ich war die ganze Zeit viel ruhiger als ich es erwartet habe, Abelino war da ein gutes Vorbild. Wir durften keine Angst haben, denn wir waren ja gekommen, um die Leute von der Angst zu befreien und ihnen eine Versoehnung zu ermoeglichen.
“Fuerchtet euch nicht”
Ich muss mein Visum wieder erneuern. Am Freitag fahre ich nach Puerto Suarez und mach dann einen kleinen Abstecher nach Corumba, Brasilien. In Puerto Suarez bleib ich im Franziskanerkonvent, sicher werde ich auch einen laengeren Ausflug in den Pantanal machen, so sehe ich dieses riesige Feuchtgebiet noch bevor die Trans-Pantanal Autobahn gebaut wird und den Wasserhaushalt durch einander bringt.
So verbleibe ich in Freundschaft und sende meine Segenswuensche
Euer Ruben
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