Candelaria. Ja, diese Comunidad im ostboliviansichen Tiefland kannte ich schon. Etwa 400 Seelen, umgeben von endlosem und undurchdringlichem Wald, benannt nach Maria Lichtmess, Festtag (“Patrozinium”) 2.Februar. Das war ein Fest gewesen. Am Vorabend, der sogenannten Serenata, 4 Hochzeiten und viele Taufen., nach der Festmesse Musik und Tanz. Am naechsten Tag Erstkommunion und Firmung. Ein Jahr hatten sich die Kinder vorbereitet, jede Woche Katechesen mit dem Lider Religioso, dem Religioesem Fuehrer der Gemeinde, einmal im Monat Katechese mit einem der Hermanos vom Konvent San Francisco (diese Katechesen sind auch eine meiner liebsten Aufgaben).
Der vor zwanzig Jahren in San Ignacio zum Bischof geweihte Deutsche Moñsenor Carlos Estetter war verhindert. Ein neues Gebiss hatte er gebraucht und konnte noch nicht sprechen. So war Padre Abelino beauftragt worden zu Firmen, den Heiligen Geist herabzurufen, zu salben und den neu gefirmten, vom Espiritu Santo besiegelten, mehr oder weniger sanft, je nachdem wie kraftvoll das zustimmende Amen war, auf die Wange zu schlagen. Und was fuer ein Festessen wurde uns dann serviert.
Nicht einmal ein Monat spaeter waren wir also wieder unterwegs nach Candelaria, , in einer dunklen Nacht mit konstantem Nieselrregen und Wind. Eulen und Nachschwalben wurden von uns aufgeschreckt, zweimal blieben wir beinahe auf dem aufgweichten, schlammigen Weg liegen. Aber nicht der Weg war das Ziel, nein, wir mussten ankommen und unserer Gemeinde beistehen. Und da sahen wir schon das daemrige Licht der Kirche, das einzige Licht im ansonsten voellig dunklem Candelaria.
Pastorale Abenteur in Bolivien- Rupertusblatt Artikel
Eine Gute Zusammenfassung unserer Arbeit in Bolivien in der Salzburger Kirchenzeitung Rupertusblatt: Pastorale Abenteur in Bolivien: Wie soll ich mein Kind gut ernähren
Donnerstag, 6. März 2008
III.Anastasia ist tot, Candelaria trauert...und hat Angst
“Anastasia ist gestorben, so ploetzlich, nicht einmal ein Monat waren sie verheiratet, und schon ist sie gestorben, ihr Herz war es haben sie im Krankenhaus gesagt. Gestern haben wir sie schon begraben, das war eine Jammer, sie war meine Schwester, 25 Jahre war sie alt, und jetzt ist sie tot. Und jetzt…und heute…Maedchen kommt her…das sind zwei Nichten von Anastasia Padre…, kommt schon, erzaehlt dem Padre genau was passiert ist, erzaehlt im was ihr gesehen habt”.-----
“Ich habe gerade geduscht, neben unserem Haus im freien…. Ich, ich hab sie gesehen, sie war ganz weiss, sie hat ihr Hochzeitskleid angehabt…” das Maedchen fluestert fast und redet nur in halben Saetzen “Sie hat den Fernseher eingeschalten, dabei, der war gar nicht eingesteckt.”
Die zweite Nichte “ich hab den Fernseher gehoert und hab nach geschaut was da los ist, und da war meine Tante in ihrem Hochzeitskleid, das war sie, ich hab sie gesehen”.
Dann wollte uns die Schwester der verstorbenen Anastasia etwas sagen, sie konnte sich aber nicht auf den Fuessen halten, sie schien weg getreten,wie in Trance. Sie musst sich wieder setzen, um nicht umzukippen.
“Ich habe gerade geduscht, neben unserem Haus im freien…. Ich, ich hab sie gesehen, sie war ganz weiss, sie hat ihr Hochzeitskleid angehabt…” das Maedchen fluestert fast und redet nur in halben Saetzen “Sie hat den Fernseher eingeschalten, dabei, der war gar nicht eingesteckt.”
Die zweite Nichte “ich hab den Fernseher gehoert und hab nach geschaut was da los ist, und da war meine Tante in ihrem Hochzeitskleid, das war sie, ich hab sie gesehen”.
Dann wollte uns die Schwester der verstorbenen Anastasia etwas sagen, sie konnte sich aber nicht auf den Fuessen halten, sie schien weg getreten,wie in Trance. Sie musst sich wieder setzen, um nicht umzukippen.
IV.Sie haben sich verloren
Andres hat mir schon oefters erzaehlt von Leuten “que se pierden”, die sich verlieren. Immer wieder rufen Leute nach einem Priester um Hilfe. Meistens sind es Jugendliche die sich verlieren, die wie im Schlaf wirre Dinge reden, die keine Kontrolle mehr haben ueber sich selbst. Andres:“Man kann dann nur die Angehoerigen beruhigen und beten, bis es vorbei ist. Meistens sind es Jugendliche die in keiner festen Beziehung leben. Wenn sie aelter werden hoert es dann auf. Wenn sie aufwachen wissen sie nicht mehr was los war. Das letzte mal haben sie dem Maedchen gesagt, (sie hat gefragt wer denn der da sei), dass ich mit ihr in die Disothek wollte, haetten sie ihr gesagt, dass ich ein Priester bin und dass sie sich “verloren” hat, dann haette sie einen Schock bekommen. Oft sagen sie dann, dass sie eine Stimme gehoert haben, die sie gerufen hat ihnen zu folgen. Das ist schon unheimlich. Das ist sicher was psychologisches. Die machen das nicht absichtlich, aber das ist in ihrer Kulur, in ihren erzaehlungen so present, da ist das ein ausweg fuer die Leute, wenn sie nicht mehr weiter wissen.”
Einen sehr bekannten Fall gab es vor ein Paar Jahren in Concepcion. Da sind zwei Kinder fuer ein halbes Jahr im Wald verschollen. Sie sind, wenn ich mich recht erinnere, einem Tier gefolgt, das ist dann immer wieder verschwunden und weiter weg aufgetaucht, “dass war der Jichi” , der hat sie rausgelockt. Nach meheren Monaten ist der Junge, er war der juengere der beiden, gestorben, das Maedchen wurde nach einem halben Jahr entdeckt. Stellt euch vor,ihr waert als Zehrnjaehriges Maedchen seit mehren Monaten verschollen in einem endlosen Wald, und dann stirbt dein einziger begleiter, dein Kleiner Bruder, und du musst ihn begraben.
Sie hat gesagt, dass ihnen eine weisse Frau gezeigt hat, wie man im Wald ueberleben kann. “Das war die Jungfrau Maria, die Muttergottes” sagen die leute. Einmal hatten sie auch schon die Stimmen des Suchtrupps gehort, sagte das Maedchen “Wir hatten soviel Angst, da haben wir uns versteckt, bis die Stimmen weg waren”.
Einen sehr bekannten Fall gab es vor ein Paar Jahren in Concepcion. Da sind zwei Kinder fuer ein halbes Jahr im Wald verschollen. Sie sind, wenn ich mich recht erinnere, einem Tier gefolgt, das ist dann immer wieder verschwunden und weiter weg aufgetaucht, “dass war der Jichi” , der hat sie rausgelockt. Nach meheren Monaten ist der Junge, er war der juengere der beiden, gestorben, das Maedchen wurde nach einem halben Jahr entdeckt. Stellt euch vor,ihr waert als Zehrnjaehriges Maedchen seit mehren Monaten verschollen in einem endlosen Wald, und dann stirbt dein einziger begleiter, dein Kleiner Bruder, und du musst ihn begraben.
Sie hat gesagt, dass ihnen eine weisse Frau gezeigt hat, wie man im Wald ueberleben kann. “Das war die Jungfrau Maria, die Muttergottes” sagen die leute. Einmal hatten sie auch schon die Stimmen des Suchtrupps gehort, sagte das Maedchen “Wir hatten soviel Angst, da haben wir uns versteckt, bis die Stimmen weg waren”.
V.Der Jichi
Wer oder was aber ist dieser Jichi?
Das erste mal hab ich davon gehoert, wie ich mit den Ministranten unterwegs war zur anderen Seite der Represa (der alte Stausee bei San Ignacio) zum Cristo Redentor, einer gorssen Christusstatue. Ich hab einen sehr eingeaenglichen Pfiff gehoert, ich mag die Voegel ja sehr gerne, sie waren auch der Auloeser meines Biologiestudiums, und so hab ich dem vermeintlichen Vogel auch pfeifend geantwortet. “Noooooo (Nein), man darf auf so einem Pfiff nie antworten, das ist der Jichi, der kommt dann imme naeher wenn du pfeifst, und dann nimmt er dich mit, der ist wie ein grosser Vogel und traegt dich weit in den Wald”. “Aha” sagte ich ganz knapp und pfiff ein wenig verwundert weiter “Komm doch du grosser Vogel und nimm mich mit” rief ich dem Vogel mit geschwungener Faust zu. Solche Geschichten darf man ja nicht enst nehmen sagte ich mir, die muss man furchtlos entkraeftigen.
Ein wenig spaeter, am Ufer der Represa (sie fuehrte gerade Hochwasser, wir haben uns im Abfluss gebadet, dass war sehr lustig) sagten sie wieder. “Einen hat sich der Jichi schon geholt”, waerend der Karneval Tage ist ein junger Mann beim Fischen in der Nacht ertrunken, er war wohl sehr betrunken, “und gestern hat ihn auch ein anderer Fischer an seinen Beinen gespuert, er ist aber gerade noch weggekommen”. Wer denn dieser Jichi sei fragte ich “Der ist halb Mensch, halb Wasserschlange”.
In die Hoehle am anderen Ufer haben sich die Kinder auch fast nicht getraut wegen dem Jichi.
Auch am Cerro, dem Hochsten Huegel gibt es den Jichi, und jetzt verstehe ich auch, warum die Ministranten vor ein paar Monaten so viel Angst hatten, als sie den Wind pfeifen hoerten in der Kapelle Santa Maria del Camino (siehe Newsletter 5). Am Cerro ist naemlich der Condenado. Die Leute waren gerade dabei den verstorbenen Messner zu begraben, da ist ein starker Wind gekommen, und sein Leichnam hat sich aufgerichtet. Da haben sie ihn zum Cerro getragen, und dort haben sie ihn angekettet. Seitdem haben die Leute Angst vor dem Cerro, vor dem Condenado.
Das erste mal hab ich davon gehoert, wie ich mit den Ministranten unterwegs war zur anderen Seite der Represa (der alte Stausee bei San Ignacio) zum Cristo Redentor, einer gorssen Christusstatue. Ich hab einen sehr eingeaenglichen Pfiff gehoert, ich mag die Voegel ja sehr gerne, sie waren auch der Auloeser meines Biologiestudiums, und so hab ich dem vermeintlichen Vogel auch pfeifend geantwortet. “Noooooo (Nein), man darf auf so einem Pfiff nie antworten, das ist der Jichi, der kommt dann imme naeher wenn du pfeifst, und dann nimmt er dich mit, der ist wie ein grosser Vogel und traegt dich weit in den Wald”. “Aha” sagte ich ganz knapp und pfiff ein wenig verwundert weiter “Komm doch du grosser Vogel und nimm mich mit” rief ich dem Vogel mit geschwungener Faust zu. Solche Geschichten darf man ja nicht enst nehmen sagte ich mir, die muss man furchtlos entkraeftigen.
Ein wenig spaeter, am Ufer der Represa (sie fuehrte gerade Hochwasser, wir haben uns im Abfluss gebadet, dass war sehr lustig) sagten sie wieder. “Einen hat sich der Jichi schon geholt”, waerend der Karneval Tage ist ein junger Mann beim Fischen in der Nacht ertrunken, er war wohl sehr betrunken, “und gestern hat ihn auch ein anderer Fischer an seinen Beinen gespuert, er ist aber gerade noch weggekommen”. Wer denn dieser Jichi sei fragte ich “Der ist halb Mensch, halb Wasserschlange”.
In die Hoehle am anderen Ufer haben sich die Kinder auch fast nicht getraut wegen dem Jichi.
Auch am Cerro, dem Hochsten Huegel gibt es den Jichi, und jetzt verstehe ich auch, warum die Ministranten vor ein paar Monaten so viel Angst hatten, als sie den Wind pfeifen hoerten in der Kapelle Santa Maria del Camino (siehe Newsletter 5). Am Cerro ist naemlich der Condenado. Die Leute waren gerade dabei den verstorbenen Messner zu begraben, da ist ein starker Wind gekommen, und sein Leichnam hat sich aufgerichtet. Da haben sie ihn zum Cerro getragen, und dort haben sie ihn angekettet. Seitdem haben die Leute Angst vor dem Cerro, vor dem Condenado.
VI.Die Heidenangst
Das ist Aberglaube. Aber Angst haben die Leute wirklich, und die muss man ernst nehmen.Und drum ist es wichtge ueber diese Aengste und Ereignisse nachzuenken.
Denn gerade diese Angst zu bekaempfen hat uns Christus gelehrt und aufgetragen. “Fuerchtet euch nicht”, dieser Befehl zieht sich durch alle 4 Evangelien. Und den Aposteln gab Christus “die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen”. (Lucas 9,1) Und er sagt uns: ja, was Jesaja schreibt stimmt, und es ist jetzt in Erfuellung gegangen, denn ich bin gekommen “damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde “ (Lucas 4, 17-21). Und Menschen die in solcher Angst Leben sind wirklich Gefangene.
Diese Angst laehmt. Die einzelnen Menschen, Doerfer, ja ganze Kulturen und Laender.
Ein Heidenspass ist es wirklich nicht, in wirklichkeit ist es eine Heidenangst
Am besten spuerbar aber war fuer mich diese Angst in einer Biographie von “Shaka Zulu”, der in der zweiten haelfte des 19 Jahrhunderts grosse Teile Suedafrikas gewaltsam einte. Ein Schritt dazu war es, die Hexer zu entzaubern. Ihre Herrschaft war wahrer Psychoterror, die Menschen waren ihnen voellig ausgeliefert. Gab es irgendein Problem, musste sich das ganze Dorf versammeln, die Hexer tanzten dann Stundenlang und hatten so ihre Methoden um den Schuldigen zu finden, starrten den zitternden Menschen in die Augen, kreischten, etc (als vergleich vielleicht: Elias besiegt die Baalspriester 1 Koenige 18), um dann die auszuwahlen, die ihnen im weg standen. Die wurden dann mit Knueppel erschlagen.Beklemmend stimmung.
Die Herrschaft Shaka Zulus war dann wenigstens ein menschlicher Terror und ein wenig komisch noch dazu. So hat er sich jeden Tag oeffentlich gewaschen. Alle Untertanen mussten sich versammeln und seine Maennlichkeit bestaunen. Die Maennlichkeit, die ein Jahrzehnt zuvor noch als vertrocknter Regenwurm verspottet wurde. Als seine Mutter Nande, die er so sehr liebte, starb, da lies er zehn Tausende toeten, die nicht genugt weinten (so wenig zaehlte ein Mensch, Sinnlos werden sie hingemetzelt, viel unterschied zu den vielen Sinnlosen Kriegen aller Zeiten gibt es da wohl aber nicht, und da kommt einer und sagt uns: “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (nicht) getan habt, das habt ihr mir (nicht)getan.” Mat 25,40.45)
Im Radio habe ich einmal eine Sendung gehoert in dem ein Autor sein Buch vorstellte. Es ging um die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Der Kern war: Was viele Laender Afrikas von einer guten wirtschafltichen Entwicklung abhaelt ist der Hexenglaube, ist die Angst vor Verwuenschung und Fluch. Wenn einer Erfolg hat, kommen gleich die ganzen Angehoerigen, und drohen den erfolrgreichen zu verwuenschen, wenn er nicht gleich alles teilt. Durch diese Angst bleiben die Unternehmen im Anfangsstadium stecken.
Denn gerade diese Angst zu bekaempfen hat uns Christus gelehrt und aufgetragen. “Fuerchtet euch nicht”, dieser Befehl zieht sich durch alle 4 Evangelien. Und den Aposteln gab Christus “die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen”. (Lucas 9,1) Und er sagt uns: ja, was Jesaja schreibt stimmt, und es ist jetzt in Erfuellung gegangen, denn ich bin gekommen “damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde “ (Lucas 4, 17-21). Und Menschen die in solcher Angst Leben sind wirklich Gefangene.
Diese Angst laehmt. Die einzelnen Menschen, Doerfer, ja ganze Kulturen und Laender.
Ein Heidenspass ist es wirklich nicht, in wirklichkeit ist es eine Heidenangst
Am besten spuerbar aber war fuer mich diese Angst in einer Biographie von “Shaka Zulu”, der in der zweiten haelfte des 19 Jahrhunderts grosse Teile Suedafrikas gewaltsam einte. Ein Schritt dazu war es, die Hexer zu entzaubern. Ihre Herrschaft war wahrer Psychoterror, die Menschen waren ihnen voellig ausgeliefert. Gab es irgendein Problem, musste sich das ganze Dorf versammeln, die Hexer tanzten dann Stundenlang und hatten so ihre Methoden um den Schuldigen zu finden, starrten den zitternden Menschen in die Augen, kreischten, etc (als vergleich vielleicht: Elias besiegt die Baalspriester 1 Koenige 18), um dann die auszuwahlen, die ihnen im weg standen. Die wurden dann mit Knueppel erschlagen.Beklemmend stimmung.
Die Herrschaft Shaka Zulus war dann wenigstens ein menschlicher Terror und ein wenig komisch noch dazu. So hat er sich jeden Tag oeffentlich gewaschen. Alle Untertanen mussten sich versammeln und seine Maennlichkeit bestaunen. Die Maennlichkeit, die ein Jahrzehnt zuvor noch als vertrocknter Regenwurm verspottet wurde. Als seine Mutter Nande, die er so sehr liebte, starb, da lies er zehn Tausende toeten, die nicht genugt weinten (so wenig zaehlte ein Mensch, Sinnlos werden sie hingemetzelt, viel unterschied zu den vielen Sinnlosen Kriegen aller Zeiten gibt es da wohl aber nicht, und da kommt einer und sagt uns: “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (nicht) getan habt, das habt ihr mir (nicht)getan.” Mat 25,40.45)
Im Radio habe ich einmal eine Sendung gehoert in dem ein Autor sein Buch vorstellte. Es ging um die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Der Kern war: Was viele Laender Afrikas von einer guten wirtschafltichen Entwicklung abhaelt ist der Hexenglaube, ist die Angst vor Verwuenschung und Fluch. Wenn einer Erfolg hat, kommen gleich die ganzen Angehoerigen, und drohen den erfolrgreichen zu verwuenschen, wenn er nicht gleich alles teilt. Durch diese Angst bleiben die Unternehmen im Anfangsstadium stecken.
VII.Moñsenor Massaia besiegt den Aberglauben
Die Menschen haben Angst, diese Angst laehmt und fuehrt zu Gewalt. Vor wenigen Jahren haben sie in einem unserer Nachbardoerfer einen Mann verbrannt. Er war Schuld an all dem Unglueck, dass dieses Dorf getroffen hatte, war er doch ein Hexer. So wurde ein Fest zum Anlass genommen um die Dorfbewohner aus dem Dorf zu locken. Nur der Dorfrat blieb zurueck, umzingelte das Haus des Hexers und….”Wenn ihre den Spuck loswerden wollt, dann muesst ihr mich aber verbrennen” soll er gesagt haben, und so ist es dann auch passiert.
Gerade heute frueh habe ich von dem grossen Afrikamisionar Guglielmo Massaia gelesen, der im 19 Jhd. Suedaethiopien missionierte. Er brauchte 6 Jahre um ueberhaupt zu der ihm anverrauten Diozese zu gelangen, so gespalten war das Land durch vielerlei Buergerkriege und Thronkampfe.
Einen Hexenmeister, der einen ganzen Landstrich beherrschte und tyrannisierte und den die Leute den Humduna-Drendau “Allmaechtigen” nannten, entzauberte er ganz einfach indem er ihn, als dieser anzueglich und gar handgreiflich wurde, einen “Kraeftigen Kinnhaken” verpasste, der den Hexer in hohem Boden in die Menge warf.
Als der Kapuzinerbischof dann nicht vom Erdboden verschlungen oder vom Blitz getroffen wurde, war es vorbei mit dem Terror und die Menschen waren bereit, das befreiende Evanglium zu hoeren und sich auf die Taufe vorzubereiten. Ein 44 jaheriger Bischof schlaegt einen Hexer und mit ihm den Aberglauben KO. Mit dem Psalmisten muss man da ausrufen “Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.” (Psalm 144,1) .
(Nachzulesen in “Rosalinda Filosa, In Gunst und Zorn des Negus, Guglielmo Massaia, Bahnbrecher im aethiopischen Sueden, Serie: Missionare, die Geschichte Machten, Gemeinschaftsproduktion der Verlage : Verlag St. Gabriel, Moedling und Steyler Verlag, St. Augustin, 1979”, die ganze Serie ist sehr Lesenswert und ungemein Spannend, allerdings wohl nur mehr antiquarisch erhaeltlich)
Gerade heute frueh habe ich von dem grossen Afrikamisionar Guglielmo Massaia gelesen, der im 19 Jhd. Suedaethiopien missionierte. Er brauchte 6 Jahre um ueberhaupt zu der ihm anverrauten Diozese zu gelangen, so gespalten war das Land durch vielerlei Buergerkriege und Thronkampfe.
Einen Hexenmeister, der einen ganzen Landstrich beherrschte und tyrannisierte und den die Leute den Humduna-Drendau “Allmaechtigen” nannten, entzauberte er ganz einfach indem er ihn, als dieser anzueglich und gar handgreiflich wurde, einen “Kraeftigen Kinnhaken” verpasste, der den Hexer in hohem Boden in die Menge warf.
Als der Kapuzinerbischof dann nicht vom Erdboden verschlungen oder vom Blitz getroffen wurde, war es vorbei mit dem Terror und die Menschen waren bereit, das befreiende Evanglium zu hoeren und sich auf die Taufe vorzubereiten. Ein 44 jaheriger Bischof schlaegt einen Hexer und mit ihm den Aberglauben KO. Mit dem Psalmisten muss man da ausrufen “Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg.” (Psalm 144,1) .
(Nachzulesen in “Rosalinda Filosa, In Gunst und Zorn des Negus, Guglielmo Massaia, Bahnbrecher im aethiopischen Sueden, Serie: Missionare, die Geschichte Machten, Gemeinschaftsproduktion der Verlage : Verlag St. Gabriel, Moedling und Steyler Verlag, St. Augustin, 1979”, die ganze Serie ist sehr Lesenswert und ungemein Spannend, allerdings wohl nur mehr antiquarisch erhaeltlich)
VIII:Von San Antonio…
Fuer mich wird eines klar, man kann die Angst und den Aberglauben nicht wegreden, schoene vernnuenftige Worte und Argumente richten nichts aus. Man muss den Abeglauben bekaempfen, und zwar mit Worten, mit “wirkmaechtigen” Worten und mit Tat, ja sogar mit der Faust.
So wird auch vom Vater aller Moenche, dem Heiligen Antonius erzaehlt, dass er sich als er seinen Ruf zum Einsiedler hoerte, zuerst in eine Grabhoehle zurueckzog. er ging hinaus in die Wueste, die schon quasi als Unterwelt galt und die niemand betreten wollte, und schloss sich in eine Grabhoehle ein. Das zog die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Zu hunderten kamen sie, und beobachteten durch die kleinen Fensterschlitze, wie der Heilige dann mit den Schrecklichsten Daemonen kaempfte, und (so schreibt Zander in seinem meisterhaften Werk “Als Religion noch nicht langweilig war”, unbedingt lesen!!!) diese Daemonen waren die alten Aegyptischen Daemonen, vor denen die Menschen so Angst hatten. Und er kaempfte und kaempfte, bis er bemerkte: die Daemonen tun ja nur so wie als ob sie gefaehrlich waeren. Die tun so als waeren sie ein Loewe der mich verschlingt, oder eine Bestie die mich zereisst, eine Schlange, eine Maechtiger Aar etc. Warum verstellen sie sich? Weil sie selbst so schaebig sind, so wirkungslos, sie muessen sich verstellen um uns Angst zu machen, da lachte er sie aus (ahnlich hat das auch Luther erkannt, der sagt, wenn ich mich denn recht entsinne, “ueber den Teufel muss man lachen wenn er kommt, dann kann er nichts tun”, kennt jemand das Zitat wies es wirklich ist, schreibt es mir ), und so hatte er sie besiegt.
Und er ging noch weiter hinaus in die Wueste, den Ort vor dem die Mesnchen so Angst hatten, und machte die Wueste zu einem Gnadenort, der bis heute unseren Glauben und unsere Welt praegt. Durch seinen stellvertretenden Kampf mit den Daemonen hat er die Aegypter befreit.
Und das bringt mich wieder zurueck nach Bolivien, eineinhalb Dutzend Jahrhunderte Spaeter. Zu Padre Andres und den Comunidades 16. Agosto (sprich”di-es-i-se-is de Agosto) und San Antonito, genauer, dem Huegel zwischen diesen beiden Gemeinschaften.
So wird auch vom Vater aller Moenche, dem Heiligen Antonius erzaehlt, dass er sich als er seinen Ruf zum Einsiedler hoerte, zuerst in eine Grabhoehle zurueckzog. er ging hinaus in die Wueste, die schon quasi als Unterwelt galt und die niemand betreten wollte, und schloss sich in eine Grabhoehle ein. Das zog die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Zu hunderten kamen sie, und beobachteten durch die kleinen Fensterschlitze, wie der Heilige dann mit den Schrecklichsten Daemonen kaempfte, und (so schreibt Zander in seinem meisterhaften Werk “Als Religion noch nicht langweilig war”, unbedingt lesen!!!) diese Daemonen waren die alten Aegyptischen Daemonen, vor denen die Menschen so Angst hatten. Und er kaempfte und kaempfte, bis er bemerkte: die Daemonen tun ja nur so wie als ob sie gefaehrlich waeren. Die tun so als waeren sie ein Loewe der mich verschlingt, oder eine Bestie die mich zereisst, eine Schlange, eine Maechtiger Aar etc. Warum verstellen sie sich? Weil sie selbst so schaebig sind, so wirkungslos, sie muessen sich verstellen um uns Angst zu machen, da lachte er sie aus (ahnlich hat das auch Luther erkannt, der sagt, wenn ich mich denn recht entsinne, “ueber den Teufel muss man lachen wenn er kommt, dann kann er nichts tun”, kennt jemand das Zitat wies es wirklich ist, schreibt es mir ), und so hatte er sie besiegt.
Und er ging noch weiter hinaus in die Wueste, den Ort vor dem die Mesnchen so Angst hatten, und machte die Wueste zu einem Gnadenort, der bis heute unseren Glauben und unsere Welt praegt. Durch seinen stellvertretenden Kampf mit den Daemonen hat er die Aegypter befreit.
Und das bringt mich wieder zurueck nach Bolivien, eineinhalb Dutzend Jahrhunderte Spaeter. Zu Padre Andres und den Comunidades 16. Agosto (sprich”di-es-i-se-is de Agosto) und San Antonito, genauer, dem Huegel zwischen diesen beiden Gemeinschaften.
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